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Frollein Herr

Rot werden ist süß – rot sein manchmal nicht so sehr!

Dass meine Haut zu Rötungen und sichtbaren Äderchen neigt, weiß ich schon lange. Und auch mit dem Begriff der Couperose habe ich beim ein oder anderen Besuch bei der Medizinkosmetik schon Bekanntschaft gemacht. Aber eine ausgewachsene und diagnostizierte Rosacea? Das hat mir mein Hautarzt erst bei meinem letzten Besuch, bei dem es eigentlich um meine Periorale Dermatitis ging, eröffnet – und mir damit erstmal ein paar Fragezeichen über dem Kopf beschert. Couperose, Rosacea, sensible Haut – wo liegen hier die Unterschiede? Woher kommt das? Und ganz wichtig: Was kann ich dagegen tun? Um euch und mir diese und noch ein paar weitere Fragen zu beantworten, habe ich mich in den letzten Wochen schlau gemacht. Habe recherchiert, mich belesen und natürlich auch meinen Hautarzt Dr. Timm Golueke um Rat und medizinisches Fachwissen gebeten. Was ich da so rausgefunden habe, lest ihr jetzt…

Couperose & Rosacea: Was ist das und wo liegen die Unterschiede?

Rötungen, erweiterte und sichtbare Äderchen, Trockenheit und überempfindliche Haut – so zeigt sich die Couperose. “Couperose ist eine Vorstufe beziehungsweise ein Frühstadium der Rosacea. Man kann also sagen, dass eine frühe Form der Rosacea auch als Couperose bezeichnet werden kann.”, erklärt Dr. Golueke. Bei der Rosacea kommen dann neben den Rötungen noch Bläschen, Knötchen und bei weit fortgeschrittener Erkrankungen sogar Gewebeneubildungen hinzu. Die Haut kann zudem jucken und schmerzen. Der Unterschied zwischen Couperose und Rosacea liegt also im Schweregrad der auftretenden Symptome. Eine Couperose kann im zeitlichen Verlauf eine Rosacea werden, muss sie aber nicht. Definitorisch ist die Rosacea eine chronische, entzündliche Hautkrankheit, die meist in Schüben auftritt und sich hauptsächlich auf Wangen, Nase, Kinn und dem mittleren Stirnbereich zeigt. Je nachdem welche Studie man heranzieht, leiden in Deutschland zwischen 2 und 20% der Männer und Frauen daran.

Couperose & Rosacea: Was sind die Ursachen?

Die endgültigen Ursachen dieser Hautkrankheit sind nicht geklärt. Es wird jedoch von einem Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und immunologischen, mikrobakteriellen und neurologischen Faktoren ausgegangen. “Dazu kommen auslösende Faktoren wie lange Sonnenbäder, scharf gewürzten Speisen, starke Temperaturschwankungen und koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee oder Cola.”, so Golüke. Achja – und Stress darf an dieser Stelle natürlich nicht vergessen werden. Der ist, wie bei fast allen chronischen Krankheiten, immer ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Couperose & Rosacea: Was kann man dagegen tun?

Nachdem wir nun die Basics der Thematik geklärt haben, kommen wir jetzt zu der Frage, auf die natürlich jede/r Betroffene verzweifelt Antwort sucht: Was hilft? Die schlechte Nachricht zuerst: Die Krankheit ist nicht vollständig heilbar. Die gute Nachricht: Sie ist gut zu kontrollieren – wenn man ein paar Dinge beachtet. Was die Hautpflege angeht, hat Dr. Golüke ein paar wichtige Tipps: “Eine simple Hautroutine ist hier essentiell. So sollte die Patientin einen sulfat-und seifenfreien Cleanser verwenden um die Haut nicht unnötig zu reizen. Bei Peelings sollte man vor allem auf enzymatische Peelings setzen um die Haut nicht zu triggern und die Creme sollte nicht zu reichhaltig sein. Außerdem sollte täglich ein Sonnenschutz getragen werden.” Wenig Reizstoffe, milde Reinigung und wenig Temperaturschwankungen (sprich: lauwarmes Wasser) sind unerlässlich, um sowohl die Couperose, als auch die Rosacea besser in den Griff zu bekommen.

Darüberhinaus können kosmetische oder medizinische Salben oder Cremes helfen. Dabei sind besonders entzündungshemmende Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamin A, C und E, Aloe Vera, Farn Extrakte, Grüner Tee, Niacinamide oder Azelainsäure zu empfehlen, denn die helfen die konstanten Entzündungsreaktionen in der Haut zu kontrollieren, verrät Dr. Golüke. Worauf man lieber verzichten sollte: Glykolsäure, Benzoyl Peroxide, Milchsäure oder Menthol. 

Aber auch eine Ernährungsumstellung oder die Anpassung von Gewohnheiten ist bei der Therapie von Rosacea wichtig. Auf Kaffee, Tee, Alkohol oder zu fettige oder zuckerhaltige Speisen sollte verzichtet werden, aber auch auf Sonnenbäder oder extreme Temperaturschwankungen. Um die Rötungen optisch in den Griff zu bekommen, rät der Arzt zur Behandlung mit einem IPL Laser. Der ist genau genommen physikalisch gar kein Laser, sondern ein Licht. Die Behandlung ist sehr schonend für die Haut und man hat keine Ausfallzeit. Welches Produkt oder welche Therapie für euch geeignet ist und ob ihr überhaupt an einer Couperose oder Rosacea leidet, sollte ihr immer (!) von einem Dermatologen abklären lassen.

Diagnose Rosacea – und nun?

Ganz ehrlich: Ich dachte ja, dass ich mit meinem derzeitigen PoD-Schub schon genug gebeutelt bin. Aber nein, die Rosacea kommt jetzt auch noch on top. Und so ganz voneinander zu trennen sind diese beiden Krankheitsbilder auch gar nicht voneinander, da es sich bei beidem um entzündliche Reaktionen in der Haut, eine gestörte Hautbarriere und eine Überempfindlichkeitsreaktion handelt. Auch die Rosacea kann sich durch Pusteln und Papeln zeigen, weshalb man in meinem Fall gar nicht genau sagen kann, was derzeit eigentlich das größere Problem ist. Und genau deshalb behandle ich meine Haut ja auch schon seit einiger Zeit mit einer dermatologischen Creme mit dem Wirkstoff Metronidazol, der gegen beide Krankheitsbilder helfen soll.

Woher die Rosacea in meinem Fall (höchstwahrscheinlich) kommt? Also ich bin sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits mit einer eindeutigen Veranlagung gesegnet (Danke auch!) und was Kaffee & Co. angeht, bin ich sicherlich auch nicht gerade Minimalistin. Wieso dieser plötzliche Schub aber so extrem auftritt? Keine Ahnung. Jetzt muss erstmal Ruhe einkehren und dann werde ich mich mit dem Thema Rosacea-Treatments eingehender beschäftigen. Dazu gehören dann die vielen Produktlinien, die es auf dem Markt gibt, aber auch die vom Doktor vorgeschlagene Lasertherapie kann ich mir für mich durchaus vorstellen.Fest steht auf jeden Fall, dass ich damit nicht alleine bin – und deshalb bin ich auch auf eure Tipps und Erfahrungen gespannt.

Also: Let’s kick Rosacea’s ass!

Comments

  • 21. März 2021
    reply
    Natalia

    Hallo Karoline,
    ich hatte als junge Frau Couperose, meinen ersten heftigen Rosacea-Schub hatte ich mit Anfang 30 nach der Geburt meines ersten Kindes. Dann wurde es zum ersten Mal richtig diagnostiziert und ich bekam eine Salbe. 4 Jahre später nach der Geburt meines zweiten Kindes der zweite schlimme Schub. Da find ich an im Internet zu recherchieren und viel zu lesen. Einige Monate später wurde meine Haut besser und mittlerweile habe ich bekomme ich für meine Haut sogar Komplimente. Gelegentlich erinnert mich meine Rosacea daran, dass sie noch da ist. Letztens hatte ich eine Pustel direkt auf der Nase, nachdem ich einen Concealer ausprobiert habe.
    Ich habe gelernt, extrem auf Inhaltsstoffe zu achten, nur noch reizarme Formulierungen zu verwenden und keine Experimente mit Cremes, Seren etc. zu machen.
    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Hintern-Kicken 😉

    Viele Grüße, Natalia

    PS: Du bist ja in der aktuellen Glamour, wie cool 😀

  • 22. März 2021
    reply
    Nina

    Hallo Karo
    Bei mir hat sich die Rosacea 2019 mit einem heftigen Schub gemeldet. Meine Haut war in einem schlimmen Zustand. Ich kann mich Natalia anschliessen. Ich habe mit reizarmer Pflege gute Resultate erzielt. Z.b. auf https://rosacea-selbsthilfe.de/ gibt es diverse Produktempfehlungen. Geholfen hat mir persönlich auch Gladskin. Mit dem Rosacea Gel habe ich gute Erfahrungen gemacht. Viel Erfolg beim Zusammenstellen deiner Routine und Kopf hoch! Liebe Grüsse Nina

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