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Frollein Herr

Sheet-Masken, BB-Cream, Cushion-Foundation, Bubble-Masks oder Essenzen: Bei diesen und so vielen weiteren Beauty-Innovationen lautet die Antwort auf die Frage “Wer hats erfunden?” immer gleich – die Südkoreaner. Mich haben die Produkte aus Ostasien schon lange überzeugt und ich stehe komplett dazu, ein echter K-Beauty-Addicts zu sein. Wieso und warum die Koreaner dem Rest der Welt in Sachen Beauty immer eine Nasenlänge voraus sind und was die Produkte so besonders macht, erfahrt Ihr hier…

Schönheit als Kulturgut

Im Gegensatz zu Deutschland, gilt in vielen asiatischen Ländern Schönheit als Kulturgut. Das klingt zunächst sehr bedenklich. Wer will schon in einem Land leben, in dem man nur auf sein Äußeres reduziert wird? Allerdings geht es beim koreanischen Beauty-Verständnis vielmehr um das Auf-Sich-Achten und Sich-Etwas-Gönnen – und das finde ich persönlich großartig. Ich investiere gerne Zeit in mich und meine Hautpflege und komme bei Multi-Masking & Co. so richtig runter. Beauty ist sozusagen mein Yoga und ohne all die grandiosen Produkte aus Korea nur halb so schön.

Wie kommts?

Um die koreanische Beauty-Auffassung noch ein wenig besser zu verstehen, habe ich mir Hilfe vom Team von MiiN Cosmetics geholt. Die sind nämlich echte Profis, was K-Beauty betrifft und vertreiben in ihren Shops und dem Online-Store die heißesten News aus Korea. “In Korea gilt die Haut als Visitenkarte und kann einem die Tür zu Job und zur Gesellschaft öffnen. Deswegen legen bei uns sowohl Frauen, als auch Männer wahnsinnig viel Wert auf ihr Äußeres.”, erklärt mir Tak-Lam Pang von MiiN. Dass ein gepflegtes Äußeres allgemein als erstrebenswert gilt, ist ja auch bei uns so. Aber die Mühe, die sich die Koreanerinnen (und auch Koreaner) geben, um das zu erreichen, liegt fernab der deutschen Schnell-Mal-Gesicht-Waschen-Routine. Da Korea ein ressourcenarmes Land ist und kaum Güter hat, die ins Ausland exportiert werden können, sind Beautyprodukte ein wichtiger Pfeiler der Wirtschaft Südkoreas. Deshalb subventioniert und unterstützt der Staat die Forschung, Entwicklung und den Export von Beautyprodukten. Wow! Stellt Euch mal vor, Angela Merkel würde im nächsten Wahlkampf für die finanzielle Unterstützung von Kosmetikfirmen plädieren. Verrückt oder?

Wow! Stellt Euch mal vor, Angela Merkel würde im nächsten Wahlkampf für die finanzielle Unterstützung von Kosmetikfirmen plädieren. Verrückt oder?

Wenn man sich aber bewusst macht, dass in Korea die Kosmetikindustrie einen etwas vergleichbaren Stellenwert mit der Autoindustrie bei uns hat, ist auch klar, wieso all die großen Beauty-Innovationen aus Korea kommen.

Wie pflegen sich Koreanerinnen

Ein einziges Schönheitsgeheimnis gibt es hier leider nicht aufzudecken. Vielmehr geht es bei K-Beauty um ein Verständnis von Hautpflege und Schönheit. Was eine Koreanerin z.B. nie machen würde: geschminkt ins Bett gehen. Das ausgiebige Abschminkritual ist essentiell. In meinem Artikel zum Skincare-Layering habe ich Euch bereits die einzelnen Schritte zur perfekten Hautpflege erklärt. Die orientiert sich nämlich (bis auf ein paar kleine Abweichungen) an den Schritten der Koreanerinnen. Neben Standards wie Toner, Feuchtigkeitscreme und Peeling legen die Koreanerinnen außerdem ein besonderes Augenmerk auf das Double Cleansing, der Verwendung einer Essenz und das regelmäßigen Masking.

Double Cleansing

Das Double Cleansing ist das Reinigen des Gesichts mit zwei verschiedenen Phasen. Zuerst werden Talg, Make-up und Schmutz mit einem Reinigungsöl entfernt und anschließend mit einem Schaum oder Gel die Poren intensiv geklärt. Da Asiatinnen (wie ich) zu unreiner Haut und vergrößerten Poren neigen und deshalb auch so viele tolle Innovationen gegen fiese Pickel aus Korea kommen, bin ich in Sachen porentiefe Reinigung sofort bei den Produkten aus Korea am Start. Da gibt es von Clear-up-Strips bis zu Porenreinigungsbürsten alles was das Mischhaut-Herz begehrt.

Die Essenz

Laut den Profis von MiiN ist die Essenz das Herzstück der koreanischen Hautpflege. Leicht wie ein Toner und wirkungsstark wie ein Serum, wird die Essenz nach dem Toner sanft in die Haut eingeklopft. Essenzen spenden Feuchtigkeit, aktivieren und regenerieren. Sie können zudem je nach Hautbedürfnis die Haut straffen und Pigmentstörungen ausgleichen und helfen das Hautbild langfristig zu verbessern. Beliebte Inhaltsstoffe einer Essenz sind fermentierte Hefe-Extrakte, Schneckenschleim, Niacinamid und natürliche Inhaltsstoffe wie Birkensaft, Bohnen- und Wurzelextrakte.

Masken und Packungen

Was wäre die Beautywelt ohne die grandiose Erfindung von Schlaf- oder Sheet-Masken? Meiner Meinung nach auf jeden Fall nur halb so schön. Diese Produktkategorie hat die K-Beauty-Welle bei uns erst so richtig losgetreten und sie sind das perfekte Einsteigerprodukt um koreanische Kosmetik ein wenig besser kennenzulernen. “In Korea sind Tuchmasken ein Massenprodukt und werden 5-7 mal wöchentlich eingesetzt.”, verrät mir Tak-Lam. Na da habe ich noch so einiges aufzuholen. Bisher versuche ich es die Tücher und Masken mindestens zwei Mal die Woche in meine Routine einzubinden, aber so fleißig wie die Asiatinnen bin ich anscheinend noch lange nicht. Wieso Tuchmasken so intensiv sind? “Durch das Material werden die aktiven Wirkstoffe direkt in die Haut eingeschleust und das Verdampfen von Inhaltsstoffen wird reduziert. Der Effekt der Tuchmaske wird auch stark vom Material beeinflusst und Tuchmaske ist nicht gleich Tuchmaske. Unter Experten gilt das “Hydrogel” Tuchmaske als die Königsklasse.”

Aber nicht nur Sheet-Masken kommen in Korea zum Einsatz. Auch Augen-Pads, Lippen-Masken (auf dem Bild trage ich diese hier von Tony Moly) oder spezielle Patches für Dekolleté oder die Halsregion stehen zur Auswahl. Für jede Partie, die intensive Pflege braucht, findet sich auch das passende Produkt.

Marken und Trends

K-Beautyprodukte sollen Spaß machen. Verpackung, Textur oder Geruch sind dazu da, die Beautyroutine ein bisschen mehr “fun” zu machen. Das mag dem ein oder anderen zu bunt oder zu verspielt sein, mich aber spricht dieser Aspekt definitiv an. Dafür muss es nicht zwangsläufig bunt oder kitschig sein (siehe die Produkte von Dr.Jart+), aber etwas Abwechslung, spannende Texturen oder Produktkategorien begeistern mich immer. Was aber sind denn gerade die heißesten News aus Korea? “Derzeit sind Expressmasken, die unter der Dusche verwendet werden können und die Gesichtsbehandlung von 20 Minuten auf 15 Sekunden komprimiert, total angesagt.”, erklärt mir Tak-Lam. Um immer auf dem neusten Stand zu bleiben, schaue ich nicht nur regelmäßig bei MiiN vorbei, sondern auch bei Shi Shi Chérie, Banzak oder Missha. Meine liebsten Brands aus Korea sind übrigens Tony Moly (mega Packaging und innovative Produkte), Whamisa (ich liebe den Organic Flowers Toner), Dr. Jart+ (tolle Reinigungs- und Peelingprodukte) und Missha (die besten Sheet-Masken und mega Kosmetik).

Die Vorurteile

Zu bunt, nicht wirksam und da sind doch immer so kuriose Inhaltsstoffe drin! Es gibt viele Vorurteile in Sachen K-Beauty, mit denen ich hier mal aufräumen möchte. Ich teste set Jahren Beautyprodukte aus aller Welt und aus allen Preiskategorien und muss sagen, dass man kaum wirkungsvollere und gleichzeitig preisgünstigere Produkte findet. Dadurch, dass die Industrie in Korea finanzielle Unterstützung vom Staat erhält, ist es möglich effektive Produkte zu einem fairen Preis anzubieten.

“Der Beauty-Markt in Korea bietet eine schier unendliche Auswahl an Marken an und ist super dynamisch. Marken kommen und gehen. Die Hersteller müssen die besten Produkte mit den attraktivsten Preise und dem ansprechendsten Packaging liefern.”, erklärt Tak-Lam mir. In den USA gehören K-Beauty-Marken wie Laneige, Missha oder Skin Food bereits zum Standardsortiment jeder Drogerie, aber bei uns sind die Brands erst vereinzelt in der Masse angekommen. Schrecken uns vielleicht die verrückten Inhaltsstoffe ab? Oder vertrauen wir den Sicherheitsstandards nicht? “Die Einlieferung von ausländischen Kosmetikprodukte in Deutschland ist streng reglementiert und die Inhaltsstoffe werden strengstens überprüft. Dazu gehört auch eine exakte Deklarierung und Beschriftung der einzelnen Produkte. Kein Produkt darf bei uns in den Verkauf gestellt werden ohne deutsche Verbrauchererklärung.”, versichert mir der Profi. Gut, dahingehend gibt es also erstmalEntwarnung. Aber was ist mit den Inhaltsstoffen wie Schneckenschleim oder Bienengift (ein mega Trend zur Zeit)? “Koreaner schrecken vor ungewöhnlichen Inhaltsstoffe nicht zurück. Produkte mit tierischem Öl wie Pferdöl und Schafsplazenta-Extrakt sind mir schon in die Hände gekommen und da musste auch ich erstmal kräftig schlucken. “

“Koreaner schrecken vor ungewöhnlichen Inhaltsstoffe nicht zurück. Produkte mit tierischem Öl wie Pferdeöl und Schafsplazenta-Extrakt sind mir schon in die Hände gekommen und da musste auch ich erstmal kräftig schlucken. “

Natürlich wird aber auf Markenseite vor der Markteinführung immer abgewogen, welche Produkte sich für welchen Markt überhaupt eignen. Sprich: die ganz verrückten Inhaltsstoffe kommen bei uns erst gar nicht an oder sind zumindest gut gekennzeichnet.

Mein Fazit

Beautyprodukte aus Korea sind wirksam, vergleichsweise günstig und machen jetzt Menge Spaß. Ich hoffe, dass sie eines Tages bei uns genauso angekommen sind, wie Produkte aus Amerika, Frankreich oder Skandinavien. Bis dahin werde ich weiter Suchen, Testen und Entdecken und Euch natürlich immer auf dem Laufenden halten!

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Comments

  • 20. März 2018
    reply
    Katharina Happ

    Sich stand schon so oft vor K-Beauty-Masks-Regalen und wollte mir als großer Sheet-Fan welche zulegen. Jedes Mal habe ich nachvDurchsicht der INCI aber nix mitgenommen. Nicht wegen ungewöhnlicher Inhaltsstoffe, sondern wegen unschöner wie PEGs, Parabenen und Co. Es gibt eben auch tolle Alternativen ohne solche Zutaten und deshalb greife ich dann letztlich zu denen, auch wenn ich das koreanische Packaging toll finde.

  • 21. März 2018
    reply
    Joan

    Liebe Karo!
    Gut das wir hier schon beim Thema sind! Das wäre nämlich meine Frage gewesen: Gibt es denn auch Marken im K-Beauty Segment die “green” sind und ebenfalls ohne Parbene, PEG’s und Co. auskommen?
    xx jo

  • 22. März 2018
    reply
    Katharina Happ

    Oh cool – na da gucke ich doch auch gleich mal!

  • 12. Oktober 2018
    reply

    Wow toller Artikel, so habe ich das noch garnicht gesehen! Viele Grüße aus Berlin!

  • 23. April 2019
    reply

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