Stuckromantik trifft auf vintage Ikea: Zuhause bei Leonie Pauls von @altbau.zweiundzwanzig

Interior Talk: Zuhause bei Leonie von @altbau.zweiundzwanzig

Altbauwohnungen sind ja mein persönlicher soft spot. Hohe Wände, lichtdurchflutet und mit Stuck verziert. Aber gerade solch prächtigen Wohnungen muss man auch gerecht werden, ihnen Leben einhauchen. Eine, die das kann wie keine Zweite ist Leonie Pauls, die uns auf ihrem Instagramaccount @altbau.zweiundzwanzig Einblicke in ihre herrliche Hamburger Wohnung gewährt. Gemeinsam mit Kind und Mann lebt die Interior Beraterin und Digital Creator in einem Traum aus Stuck, eklektischen Möbeln und Deko-Pieces und dem ein oder anderen vintage Ikea-Fund. So wunderbar individuell, gemütlich und designig, dass nicht nur ich eine begeisterte Followerin bin, sondern auch einige Tausend andere Menschen, die Leonies noch recht jungem Account leidenschaftlich folgen. Grund genug für mich, Leonie doch mal ein paar Fragen zu stellen und natürlich auch euch mitzunehmen in Leonies wunderbares Zuhause…

Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Mein Einrichtungsstil fällt nicht wirklich in eine klassische Kategorie, sondern ist eher ein Mix aus midcentury modern, eklektisch, danish pastel mit Einflüssen der Spaceage-Ära. Man kann eigentlich sagen: Von allem ein bisschen was. Eine Followerin hat es einmal ganz passend als comfy maximalism beschrieben und mit diesem Begriff fühle ich mich sehr wohl.

Wo kaufst du am liebsten Interior?

Wir kaufen unsere Möbel oft aus zweiter Hand über eBay Kleinanzeigen. Unser rosafarbenes Togo haben wir beispielsweise über das Auktionshaus Rotherbaum in Hamburg ersteigert und kleine und größere Dekostücke kaufe ich gerne vom schwedischen Designer Gustaf Westman

Dein Markenzeichen sind ja unter anderem Vintage-Ikea-Pieces. Wo findest du die und was genau liebst du daran so sehr?

Die Vintage IKEA Stücke finde ich fast auschließlich auf eBay Kleinanzeigen – man muss auf jeden Fall ausdauernd bei der Suche sein aber immer mal wieder verbirgt sich zwischen all den Anzeigen ein echtes Schätzchen. Ich mag die Qualität besonders! Die Möbel- und Dekostücke haben den “Test of Time” über die Jahre schon überstanden, sind langlebig und das Design ist oftmals zeitlos.

Wirst du DIY-technisch selbst auch oft aktiv?

Um ehrlich zu sein, mache ich nur selten DIYs. Das liegt nicht an der mangelnden Freude oder Kreativität, sondern schlichtweg bleibt dafür mit Kleinkind aktuell einfach keine Zeit. Wir haben aber kürzlich Heizungsverkleidungen für die Heizkörper in unserem Apartment gebaut und sind total froh über das Ergebnis. 

Was war die größte Herausforderung beim Einrichten eurer wunderschönen Altbauwohnung?

Echte Herausforderungen gab es nicht – wir haben allerdings keinen klassischen Wohnungsflur, sondern Durchgangszimmer und da war es am Anfang schwierig die passende Raumaufteilung und ein harmonisches Farbkonzept zu finden. Ich mag es, wenn die Türen offen stehen – somit verbinden sich allerdings auch ein Stück weit alle Räume und die Farben sollten aufeinander abgestimmt sein. Zudem ist unsere Küche wahnsinnig klein – hier haben wir bis jetzt noch nicht die optimale Nutzung bzw. Lösung gefunden, aber das ist okay. Wohn- und Lebensbedürfnisse ändern sich regelmäßig und da finde ich es wichtig eine gewisse Dynamik einfach zu akzeptieren und immer wieder Neues auszuprobieren.

Wie oft gestaltest du deine Wohnung um?

Kleine Veränderungen beinahe täglich. Man kann ja schon mit Blumen, Kissen oder anderen kleinen Deko-Gegenständen Großes bewirken. Aber dasswir die Möbel richtig umstellen oder die Räume anders nutzen, kommt alle 2-3 Monate vor. Gerade im Wohnzimmer bietet sich uns platztechnisch zum Glück ganz viel gestalterische Freiheit.

Und was würdest du demnächst gern wieder umgestalten bzw. optimieren?

Das Badezimmer kann auf jeden Fall noch ein wenig Liebe vertragen. Neben der zartrosa Wand möchte ich hier leichte Leinenvorhänge und einen alten Holzunterschrank integrieren, um ein bisschen Italien-Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen.

Woher nimmst du all die Inspiration?

Viel aus dem alltäglichen Leben. Ich gehe gern spazieren, bin unterwegs und versuche meine Umwelt sehr bewusst wahrzunehmen. Unterschiedliche Strukturen, Texturen und Materialien die in der Natur oder dem urbanen Raum vorkommen, lassen sich auch toll Zuhause aufgreifen. Ansonsten blätter ich gerne durch Bildbände, browse auf Pinterest oder Instagram.

Du bietest ja auch Interior-Beratung für deine KundInnen an. Hast du 3 Tipps, die jeder von uns beim Einrichten helfen können?

Das ist eine sehr individuelle Frage und kommt deshalb auch sehr auf das individuelle Wohnbedürfnis an – aber grundsätzlich würde ich sagen, dass den meisten Wohnungen / Häusern ein bisschen mehr Farbe an den Wänden sehr gut tut, da diese die Räume optisch größer wirken lässt. Zudem empfehle ich, nicht allzu viele Staumöglichkeiten zuhause zu haben, so beugt man dem vielen unnötigen Besitz ein bisschen vor. Und sehr grundlegend aber eben auch sehr wichtig: Nimm dir Zeit, über deine eigenen Wohnbedürfnisse nachzudenken und kopiere nicht einfach Dinge, die du in Zeitschriften oder Online siehst.

Du hast mit deinem Instagramaccount ja sehr schnell eine beachtliche Community aufgebaut. Wie hast du das geschafft?

Kontinuität, Interaktion und Zeitgeist. 

Kontinuität, weil ich mindestens 6 x wöchentlich Bilder oder Reels poste und beinahe täglich Stories. Je mehr Inhalte man teilt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Beiträge im Discovery Feed landet und so neue Nutzer erreicht werden oder ein großer Account den Beitrag teilt.

Interaktion, weil ich mit meiner Community in den Austausch trete, Kommentare und DMs beantworte und die Plattform einfach als social Begreife, anstatt nur Inhalte in die Welt zu senden. 

Zeitgeist, weil die Inhalte eine gewisse Relevanz abbilden bzw. man natürlich über Reels auch Trend-Themen abbilden kann. Das ist jetzt eine sehr “statische” Antwort auf deine Frage aber ich habe die letzten 8 Jahre hauptberuflich als Social Media Managerin und Beraterin für kleine und große Unternehmen gearbeitet und gerade Instagram ist quasi mein Wohnzimmer. Wenn man ein paar Werkzeuge hat, die Plattform gut kennt und sich über den (zeitlichen) Aufwand bewusst ist, den es eben bedarf einen Account zu führen, wenn man das auch gerne etwas professioneller machen möchte, dann ist man schon mal auf einem guten Weg. Aber natürlich gehört auch eine große Portion Glück dazu – das Glück eine tolle, unterstützende Community zu haben, regelmäßige Reposts zu generieren und ein künstliche Intelligenz zu bedienen, die zwar sehr schlau aber doch auch ein bisschen berechenbar ist. 

Was sind deine liebsten Interior-Accounts bei Instagram?

@white_sage

@fvlyacelik

@abimarvel

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