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Frollein Herr

Der eine Traum, die eine Idee, das eine Konzept, das zur eigenen Firma, zum eigenen Produkt, zur Selbstständigkeit wird: Was GründerInnen mit etwas Glück und viel harter Arbeit vielleicht ein oder zwei Mal im Leben gelingt, ist das daily business von Julia und Stefan. Die zwei verkaufen mit ihrer Agentur bluebrown nämlich monopolgeprüfte Geschäftsideen. Aber nicht nur die Geschäftsidee an sich, sondern sie entwickeln und erschaffen aus der Idee die fertige Marke – inklusive Businessplan, Kapital- und Finanzierungsmöglichkeiten, den visuellen Auftritt, Strategie und Marketing. 

Falls ihr jetzt auch erstmal denkt “What? Die beiden entwickeln komplett neue Businessmodelle on a daily basis? Sowas gibt’s?” , dann geht es euch wie mir.

Ich habe Julia und Stefan via Instagram kennengelernt und ihr Geschäftsmodell ist mir im Kopf geblieben. Weil ich die beiden Österreicher super sympathisch finde und weil ich tatsächlich noch nie davon gehört habe, dass es diese Abkürzung zum eigenen Unternehmen tatsächlich gibt. Denkt man aber erstmal drüber nach, kommt man nicht umhin, den Hut vor den beiden zu ziehen. Denn: Die Generation Selbstständig braucht halt hier und da mal Unterstützung und während manche GründerInnen schon Jahre mit einer fertigen Geschäftsidee im Kopf noch im Angestelltenverhältnis hocken, brauchen andere da vielleicht einfach einen Gegenspieler. Jemand, der die richtigen Fragen stellt, den Prozess zur Gründung schon mehrfach durchlaufen hat oder einfach da Stärken anbieten, wo die eigenen Schwächen liegt. Also: Falls ihr euch gerade nach genau so einem Team sehnt, dann schaut unbedingt bei bluebrown vorbei. Für alle anderen kommt jetzt mein Job-Talk mit diesen beiden ganz besonderen Gründern…

Wie genau lauten eure Jobbezeichnungen bzw. euere Titel?

Julia: Ich bin Creative Director (CCO) & Co-Founder von bluebrown und Stefan ist der CEO und Co-Founder.

Und wie seid ihr geworden was ihr jetzt seid?

Julia: Ich habe Kommunikationsdesign studiert und anschließend viele Jahre (im Angestelltenverhältnis) in 3 Kreativ/-Kommunikationsagenturen verbracht. Wenn ich mich selbst beschreiben sollte, würde ich mich einen Freigeist nennen, der unkonventionell denkend, kreativ-chaotisch und ruhelos ist.

Stefan: Ich war in mehreren Top-Management Positionen in internationalen Konzernen tätig und habe einige Erfahrung im Wirtschaftsbereich und Projektmanagement-Sektor. Ich denke ich bin der Ruhepol, mir kann man die Eigenschaften strategisch, analytisch/wirtschaftlichpsychologisch denkend und selbstbeherrscht zuschreiben.

Wusstet ihr immer schon, dass ihr das beruflich machen möchtet?

Julia: Ich wusste seit meinem ersten Job, dass ich definitiv nicht für mehr als 10 Jahre die Angestellte sein will. Ich wollte mein eigener Chef sein. Stefan ging es sehr ähnlich. Unabhängig voneinander wussten wir, dass wir irgendwann eine eigene Firma gründen werden. Eine Firma, basierend auf einer einzigartigen, nie dagewesenen Idee. Dass es sich jetzt so entwickelt hat, dass wir nicht mit einer, sondern vielen Geschäftsideen unser Geld verdienen, konnte allerdings niemand wissen. 

Und wie können wir uns euren Arbeitstag vorstellen?

Julia: Ich kann mich nicht erinnern, wann ein Tag bisher dem anderen glich. Und das liebe ich. Wir arbeiten in Phasen an verschiedenen Dingen. Es gibt Wochen/Monate da arbeiten wir ausschließlich an einem Konzept. Dann gibt es die Präsentationstage und Tage an denen wir in Verhandlung mit dem Kunden stehen. Und es gibt Tage da gönnen wir uns eine Pause, um Ideen weiter zu denken und Neue entstehen zu lassen.

Was sind die größten Herausforderungen in eurem Job?

Stefan: Eine Minute mal nicht an unsere Firma zu denken.

Julia: Ich kann mich manchmal für meine Ehrgeiz selbst nicht ausstehen. Ich will alle Dinge gleichzeitig, jetzt sofort, in dieser Minute umsetzen. Es ist für mich täglich eine Herausforderung am Abend meine Arbeit niederzulegen und in mein Privatleben zu wechseln. 

Wie haltet ihr es mit Performancedruck oder Selbstzweifeln?

Julia: Ich bin froh, dass ich beide Dinge nicht wirklich kenne. Ich denke eher immer: „Klar, das kann ich – und wenn nicht, eigne ich es mir an. Was kann schief gehen, im schlimmsten Fall lerne ich daraus und werde besser.“ 

Stefan: Geht mir ähnlich. Man könnte meinen, dass es mit einem enormen Druck verbunden ist immer wieder neue Geschäftsideen aus dem Hut zu zaubern, die nicht nur einzigartig, sondern auch wirtschaftlich und rentabel sind. Aber bis jetzt *3x auf Holz klopfen* haben wir so eine Phase noch nicht erlebt. 

Was würdet ihr jungen Mädchen raten, die diesen beruflichen Weg einschlagen möchten?

Den Weg abseits vom klassischen Berufsbild einzuschlagen ist definitiv steinig und manchmal verliert man für kurze Zeit die Orientierung. Aber wenn man leidenschaftlich, fokussiert und mit seinem Herzen weitergeht, zahlt sich der Weg aus und man ist am Ende stolz und glücklich ihn gegangen zu sein. 

Welche 3 Eigenschaften sind eurer Meinung nach unerlässlich für euren Job?

Passion, Loyalität und innovatives Denken. Diese 3 gehören zu unseren Unternehmenswerten. Das sind die Werte nach denen wir täglich leben und handeln, die tief in uns verwurzelt sind. Die Werte Verlässlichkeit, Originalität, Disziplin und Transparenz haben wir uns außerdem auf den Hut geschrieben. 

Der beste Karrieretipp, den ihr je erhalten habt?

Stefan: Ich weiß nicht ob es ein Karrieretipp war, wohl eher ein Tipp fürs Leben, den mir mein Vater gegeben hat: „Geh deinen Weg.“ 

Julia: Mein Vater hat mir auch einen wichtigen Rat mitgegeben: „Es ist nicht alles Gold was glänzt.“ Hört sich pessimistisch an, ist aber leider wahr. Dieser Satz hat mich schon oft dazu gebracht nicht einfach etwas auf die Schnelle zu beurteilen, sondern mir die Kehrseite der Medaille anzusehen und kritischer zu sein. 

Was wärt ihr wohl geworden, wenn ihr nicht diesen Weg eingeschlagen hättet?

Julia: Diesen Weg einzuschlagen, war bisher die beste Entscheidung meines Lebens. Ich kann mir ganz, ganz schwer vorstellen etwas anderes zu machen. Ich war seit meinem Kindesalter auf diesem Weg, zu dem was ich jetzt mache. Aber wenn wirklich alles anders verlaufen wäre, dann wäre ich wohl Astronautin geworden. 

Stefan: Ich mag keine Was-Wäre-Wenn-Fragen, da kann Julia ein Lied davon singen. Stochastik oder die Aufstellung von Hypothesen im Mathematikunterricht war für mich immer schon ein Leidensthema. Aber vielleicht fehlt mir auch nur die Einbildungskraft, die es dafür braucht. 

Was sind eure Pläne/Wünsche für die Zukunft?

Hier lassen wir einfach unsere Vision sprechen: “Born in ideas that change the world, just like rock’n’roll did.”

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