Mein Anti-Doppelkinn-Plan Teil 2: Die Fett-Weg-Spritze

Mein Anti-Doppelkinn-Plan Teil 2: Die Fett-Weg-Spritze

Wie versprochen kommt heute mein erstes Update zum Thema Doppelkinn! Denn statt täglich alle eure Fragen einzeln per DM zu beantworten, macht doch so ein guter alter Blogpost, vollgepackt mit allen Infos, viel mehr Sinn. Deshalb starte ich heute mit dem wichtigsten Part meines Anti-Doppelkinn-Plans: Der Fett-Weg-Spritze. Aber selbstverständlich werden in den nächsten Wochen auch noch weitere Updates und Artikel zu Massage, Face Workout und allem, was ich unterstützend tue, folgen (hier gehts übrigens zu Teil 1 meines Anti-Doppelkinn-Plans). Heute aber soll es um die Behandlung gehen, die fast zu schön klingt um wahr zu sein. Ob sie das vielleicht auch wirklich ist, wird nur die Zeit zeigen können, aber jetzt fangen wir erstmal mit allen theoretischen Fragen an.

Was ist die Fett-Weg-Spritze?

Die Fett-Weg-Spritze, auch Injektionslipolyse genannt, ist die schonendste und effektivste Methode, um kleinere Fettpolster zu behandeln, die sich auch durch Sport oder ausgewogene Ernährung nicht bekämpfen lassen. Typische Areale, die für diese Behandlung geeignet sind, sind Hüften, Reiterhosen, Unterbauch, Oberschenkelinnenseiten, Oberarme, Knie und eben das Kinn. Wichtig ist hier, dass es sich nicht um große, flächige und sehr ausgeprägte Fettdepots handelt, die mit einer Fettabsaugung dann doch effektiver zu behandeln wären. Das Prinzip: Der aus Sojabohnen gewonnene Wirkstoff Phosphatidylcholin wird in das entsprechende Areal via Injektion injiziert und führt lokal zur Lipolyse, also der Spaltung und Auflösung der Fettzellen. Mit der Zeit baut der Körper über das Lymphsystem und die Leber dann die gespaltenen Fettzellen ab und das Fettdepot wird aufgelöst. Und das Beste ist, dass die zerstörten Fettzellen auch nicht wiederkommen. Ähnlich wie bei der Fettabsaugung, ist das Ergebnis also langfristig.

Wieviel Wirkstoff pro Behandlung injiziert wird und wie effizient der Körper das Fettdepot auflöst, ist jedoch sehr individuell und richtet sich natürlich auch nach der Größe des entsprechenden Fettdepots. Deshalb entscheidet der/die BehandlerIn den individuellen Therapieplan. Das bedeutet, das eine Sitzung meist nicht ausreicht, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Durchschnittlich sind zwischen zwei und sechs Sitzungen nötig.

Die Behandlung

Ich habe mich für die Behandlung bei Dr. Merkel im Haut- und Laserzentrum an der Oper in München entschieden, da ich die Praxis und Dr. Merkel schon seit einigen Jahren kenne und mich dort immer gut aufgehoben gefühlt habe. Vor drei Wochen ging es also in die Münchner Innenstadt zur ersten Sitzung und ich war tatsächlich ein wenig aufgeregt. Für mich als kompletten Spritzen-Neuling war dieser Schritt groß und ich habe mir alles lange und gut überlegt. Als ich dann aber auf Dr. Merkels Stuhl saß, war mir schnell klar, dass Aufregung zwar angemessen, Angst aber nicht angebracht ist. Ich habe alle meine Fragen stellen können, wurde über mögliche Nebenwirkungen und die Behandlung informiert und war dann nur noch gespannt.

Nach einem Beratungsgespräch, das ich in meinem Fall schon vor dieser Sitzung hatte, überprüft Dr. Merkel das zu behandelnde Areal nochmal eingehend und markiert dann die Fettdepots bzw. die Injektionsareale mit einem Stift. Danach wird die Haut desinfiziert und schon geht es los. Bei mir waren es ca. 15 kleine Einstiche, die über das gesamte Hals/Kinn-Areal verteilt wurden und wirklich kaum schmerzhaft waren. Gerade als es angefangen hatte, war es auch schon wieder vorbei.

Direkt nach der Injektion spürt man ein leichtes Brennen (absolut erträglich) und als ich mich dann im Spiegel angesehen habe, musste ich erstmal laut lachen, denn: Die Flüssigkeit, die vorher in der Spritze war, war logischerweise nun in meinem Hals und ich hatte eine ordentliche Beule unterm Kinn. as war natürlich ungewohnt, aber ich hatte mich ja genau darauf vorbereitet und bin deshalb auf direktem Weg nach Hause.

Nach der Behandlung

Rückblickend würde ich sagen, dass die erste Stunde nach der Behandlung die schmerzhafteste war. Das behandelte Areal schwillt an, ist druckempfindlich und die Einstiche fühlen sich ein wenig an wie Insektenstiche. Dieses akute Gefühl geht aber schnell vorbei. Danach muss man allerdings für ein paar Tage mit einer Schwellung rechnen, die unterschiedlich ausgeprägt ist und auch blaue Flecken sind möglich. Die hatte ich zwar nicht, dafür aber eine ordentliche Schwellung, die erst nach ca. 3 Tagen begann abzunehmen. Aber: Genau das wollen wir ja. Schwellung, Rötung, Taubheit und Druckempfindlichkeit zeigen ja, dass der Wirkstoff etwas im Körper auslöst und der Körper zu arbeiten beginnt. Deshalb habe ich mich eher über diese „erwünschten Nebenwirkungen“ gefreut.

Nicht vor die Tür getraut habe ich mich eigentlich nur am ersten Tag danach. Ja, die Schwellung war auch noch für weitere Tage sichtbar und vor allem spürbar, aber erstens wäre sie wahrscheinlich niemand anderem aufgefallen, der mich nicht kennt und zweitens hatte ich genau das ja eingeplant. Von daher würde ich sagen, dass die Schwellung und die Optik kein wirklich großes Problem waren. Die Schmerzen, wenn man sie denn überhaupt so bezeichnen kann, schon eher. Das behandelte Areal bei mir wurde recht schnell taub und der gesamte Hakt fühlte sich an, als hätte ich einen fiesen Muskelkater – aber auch hier: Ich wusste das vorher und habe mich drauf eingestellt. Auch heute, 3 Wochen nach der ersten Spritze spüre ich an einem kleinen Areal immer noch eine Mini-Schwellung und ein leicht unangenehmes Gefühl beim Anfassen. Insgesamt hält sich aber alles komplett in Maßen und wusste worauf ich mich da einlasse.

Das Zwischenergebnis

Täglich bekomme ich Nachrichten von euch, in denen ihr mich fragt, ob ich zufrieden bin, ob man schon was sieht und was ich vom Ergebnis halte. Komplett verständlich, aber ich möchte eigentlich ganz bewusst noch kein Fazit ziehen, weil es einfach noch viel zu früh ist. Nach ca. zwei Wochen soll der Abschmelzprozess des Fetts beginnen und nach 4-6 Wochen soll man das Ergebnis der ersten Behandlung sehen können. Jetzt sind ja erst drei Wochen rum, sodass ich da selbst noch mit keinem wirklichen Ergebnis rechne und mein Kinn ehrlicherweise auch nicht täglich auf Veränderungen überprüfe. Ich bin in diese ganze Sache mit einer recht realistischen Erwartung gegangen, dass ich zwar hoffe, dass es was bringt, ich aber mindestens zwei Sitzungen machen möchte, um erste Ergebnisse zu sehen und dann entscheide, ob ich weitermache oder nicht. Wie effektiv das Ergebnis wird, hängt nämlich an so vielen Faktoren (Anzahl der Sitzungen, Menge des Wirkstoffs, Stoffwechsel, Lebenswandel etc.), dass ich mich weder entmutigen lassen will, wenn sich nach 4 Wochen noch kein Ergebnis erkennen lässt, noch überschwänglich werden möchte, wenn ich meine einen ersten Unterschied zu erkennen. Deshalb: Lasst uns einfach alle gemeinsam die Geduld aufbringen, die mein Körper nun mal braucht und die ganze Prozedur erst nach ihrem Ende bewerten, ok?

as ich euch jetzt allerdings schon sagen kann, ist, dass die Behandlung an sich, Schmerzen, Nebenwirkungen etc. absolut im Rahmen sind. Mein Körper hat reagiert, wie ich es erwartet habe und dennoch bleibt zu sagen, dass jeder Eingriff selbstverständlich auch Risiken birgt. Auch wenn diese im Vergleich zu einer Abstufung bei der Fett-Weg-Spritze sehr gering sind, sind sie da und deshalb möchte ich hier auch nicht für eine solche Behandlung „werben“. Es ist und bleibt ein Eingriff und der sollte immer wohl überlegt sein. Da ich aber weiß, wie viele von euch ebenfalls mit ihrem Doppelkinn hadern, die Fett-weg-Spritze gerne ausprobieren möchten und das gesamte Thema Doppelkinn spannend finden, lasse ich euch sehr gerne an meinem kleinen Schlachtplan teilhaben und werde euch auch in den kommenden Wochen und Monaten mit Updates, Infos und Zwischenergebnissen versorgen.

Die Fett-Weg-Spritze: Good to know

  • Eine Sitzung liegt im Haut- und Laserzentrum an der Oper bei ca. 350 €. Je nachdem wie viele Sitzungen durchgeführt werden, variiert der Preis der gesamten Behandlung
  • Die Behandlung an sich dauert ca. 15 Minuten. Lasst euch aber unbedingt vorher beraten und sucht euch eine Praxis, in der ihr euch wirklich wohl fühlt
  • Nach der Behandlung solltet ihr die behandelte Stelle nicht kühlen und keine entzündungshemmenden Medikamente einnehmen. Remember: Wir wollen ja, dass im Fettdepot eine Entzündung entsteht, die das Abschmelzen des Fettes zur Folge hat. Alles, was diesen Prozess lindert, kann auch das Ergebnis schmälern
  • Nach ca. 1-2 Tagen solltet ihr das behandelte Areal sanft massieren. So wird der Wirkstoff im Gewebe besser verteilt und die Lymphtätigkeit angeregt
  • Auch direkte Sonneneinstrahlung, Sport oder Sauna sind direkt nach der Behandlung für ein paar Tage tabu. Falls sich Hämatome entwickeln, solltet ihr mit der Sonne ganz besonders vorsichtig sein, da es hier schnell zu einer Hyperpigmentierung kommen kann
  • Macht unbedingt Vorher/Nachher Bilder. Ich merke jetzt schon, dass ich mich nach all den Schwellungen nicht mehr so richtig an den Ausgangszustand meines Kinns erinnern kann und möchte mich nicht nur auf ein subjektives Gefühl verlassen. Deshalb werde ich den Fortschritt in Bildern festhalten und so hoffentlich den Unterschied besser erkennen können
  • Da es verschiedene Produkte auf dem Markt gibt, die als Fett-Weg-Spritze angeboten werden, verrate ich euch der Vollständigkeit halber auch das genaue Produkt, das bei mir angewendet wurde: Lipostabil. Ich persönlich habe auch mit einigen gesprochen, bei denen ein anderes Produkt angewendet wurde und da waren die Meinungen sehr gespalten. Solltet ihr euch also für die Behandlung interessieren, fragt den Arzt oder die Ärztin vorher mit welchem Produkt gearbeitet wird
  • Erwartet keine Wunder! Das ist in Sachen Beauty in meinen Augen sowieso das A und O. Die Fett-Weg-Spritze ist zwar deutlich risikoärmer als eine Absaugung, aber dadurch in den meisten Fällen auch weniger effizient. Wenn ihr ungeduldig seid und das Fettdepot sehr ausgeprägt, könnte die Absaugung vielleicht doch die bessere Variante für euch sein. Das solltet ihr aber immer individuell mit eurem Arzt oder eurer Ärztin abklären

Illustration im Header: Giulia Hartz

8 Antworten zu “Mein Anti-Doppelkinn-Plan Teil 2: Die Fett-Weg-Spritze”

  1. Liebe Karo,

    vielen Dank, dass du uns auf deine Reise mitnimmst. Ich beschäftige mich auch schon länger damit, ob eine Fett-weg-Spritze für mich die richtige Wahl wäre. Irgendwie hat mich dein Absatz zu dem verwendeten Produkt aber verunsichert. Was hast du denn über andere Produkte gehört und warum hast du dich für Lipostabil entschieden? Vielleicht kannst du mir auch ein paar gute Seiten oder Infos geben, die dir geholfen haben.

    Liebe Grüße, Jennifer

    PS: Ich habe Ende des Monats auch ein Beratungsgespräch mit einem Arzt, der aber mit dem Produkt Aqualyx arbeitet.

    • Hallo liebe Jennifer,
      verunsichern wollte ich dich ganz bestimmt nicht! Und das Wichtigste ist, dass du einen Arzt oder eine Ärztin hast, bei der du dich gut aufgehoben fühlst. Und wenn der aus Erfahrung überzeugt von Aqualyx ist, dann wird das sicher alles seine Richtigkeit haben. Ich hatte nur mit zwei voneinander unabhängigen Dermatologen gesprochen und die hatten mir beide zu Lipostabil geraten. Welche Gründe sie genau dafür hatten, kann ich nicht beurteilen und deshalb mag ich andere Produkte auch gar nicht madig reden 🙂 Das war einfach Hörensagen und ich wollte betonen, dass es bei den Produkten eben auch Unterschiede gibt, die man bedenken sollte.
      Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es bei dir wirkt und schicke dir viele liebe Grüße, Karo

  2. Guten Morgen,
    das ist ja interessant zu lesen. Mich beschäftigt dieses Thema auch schon sehr lange, habe am 17. November ein Beratungsgespräch, evtl. danach Behandlung. Hier lese ich, dass Entzündungen ja zum zwecks Erfolg gewollt sind. Ich nehme 10mg Kortison täglich, somit entzündungshemmend. Jetzt bin ich irritiert, ob ich das Vorhaben trotzdem in Angriff nehmen kann. Was meinst du Karo?
    Liebe Grüße
    Eva-Maria

    • Ohhh in diesem Fall musst du das unbedingt einen Arzt/ eine Ärztin fragen. Da bin ich leider komplett überfragt… Tut mir leid, aber ich drücke dir fest die Daumen, dass du kompetent beraten wirst und die Behandlung trotzdem für dich in Frage kommt!
      Ganz liebe Grüße, Karo

  3. Guten Morgen Karo, vielen Dank für die Antwort. Ich werde das mit meinem Arzt besprechen, inwieweit das entzündungshemmende Medikament greift.
    Liebe Grüße und sonnige Grüße
    Eva-Maria

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