Farbe, Wachstum, Styling: Meine Augenbrauen-Routine

Hallelujah – was haben meine Augenbrauen schon alles mit mir durchmachen müssen! Als ich im Jahr 2000 die Pinzette für mich entdeckte, wurde so wild drauf los gezupft, dass ich irgendwann nur noch mit zwei halben Brauen da stand. Ohne Witz: Ich lief mehrere Jahre mit dem dünnen hinteren Part meiner Brauen durchs Leben, die mich konstant traurig aussehen ließen, während ich es aus mir heute völlig unverständlichen Gründen total gefeiert habe. Und ja, davon gibt es diverse Beweisfotos, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass ich die gerade nicht finden kann.

Irgendwann aber eröffnete mir meine Schwester aus Liebe oder Gemeinheit, wie absurd ich aussah (Danke nochmal dafür, Schwester) und ich ließ meine sowieso schon eher spärlich gewachsenen Brauen sprießen. Es folgten Jahre, in denen ich mir mal mehr und mal weniger dick, die Bögen mit Puder, Stift oder Wachs nachzeichnete und niemals, also wirklich niemals, ohne gemachte Brauen das Haus verließ. Die gröbsten Zupf-Vergehen wuchsen sich langsam aus, aber da ich von Natur aus mit einem sehr lückenhaften Brauenwuchs gesegnet bin, war da nicht allzu viel Boden gut zu machen.

Me ca. 2016

Erst im Jahr 2016, als ich als Beautyredakteurin an der Quelle der Innovationen saß, ging es steil bergauf mit mir und meinen Brauen. Das Zauberwort: Microblading. Aber nicht nur das Permanent-Make-up, das ich bis heute als beste Entscheidung meines Lebens bezeichne, hat meinen Brauen-Game auf eine ganz neue Ebene gehoben. Ich habe inzwischen ein treues Team an Produkten, Stylinghelfern, Wachstums-Pushern und Profi-Treatments, die es geschafft haben, aus meinen wirklich eher so semi-guten Brauen das Beste herauszuholen. Und da ich immer und immer wieder Fragen zu meinem Brauen-Styling von euch gestellt bekomme, habe ich jedes einzelne Produkt, jeden Stylingschritt und jeden Tipp hier ganz ausführlich für euch zusammengefasst.

Augenbrauenfarbe: Do it yourself!

Da ich von Natur aus ja eine Blondine bin (shocking, I know) sind natürlich auch meine Augenbrauen nicht so dunkelbraun wie meine Haare, sondern Aschblond. Damit Haar und Brauen zusammenpassen, färbe ich sie bereits seit vielen vielen Jahren in Eigenregie selbst. Dabei habe ich schon einige Produkte getestet und so manches Färbe-Desaster erlebt. Jetzt aber bin ich bei einem Färbeset angekommen, das für mich super funktioniert. „Power-Brow“ von Beautylash enthält zwei Komponenten (also Farbe und Entwickler), die man zusammen mischen muss und anschließend auf die Brauen aufträgt. Was ich an diesem Produkt besonders mag: Der Farbeffekt lässt sich im Gegensatz zu vielen anderen Produkten easy kontrollieren. Habe ich andere Farben oft nur 1-2 Minuten einwirken lassen und hatte trotzdem tiefschwarze Balken-Brauen, lasse ich dieses Produkt ca. 10 Minuten drauf und bekomme den perfekten Braunton. Das ist besonders für Färbe-Anfänger super, weil man so ganz langsam starten und sich mit der Zeit zur individuellen Einwirkzeit vortasten kann. Wichtig: Um die Brauen herum immer Vaseline auftragen! Das verhindert ein Abfärben auf die Haut. Ansonsten wird die Paste ganz easy mit dem mitgelieferten Bürstchen aufgetragen und mit Wattepad oder Kosmetiktuch abgenommen.

Ich weiß, dass viele davor totalen Respekt haben und Angst haben, selbst an den Brauen herum zu hantieren, aber da selbst Profi-Farbe an den Brauen sehr schnell ausbleicht und ich nicht alle 2 Wochen ins Studio rennen will, ist das DIY-Färben wirklich eine easy und kostengünstige Alternative. Nicht nur, dass meine Brauen so zu meinen Haaren passen – gefärbte Brauen sorgen auch immer für mehr Dichte, weil so auch feine helle Härchen mitgefärbt werden.

Brauen-Färbeset von BEAUTYLASH, um 9 €

Brauenwachstum: Meine absoluten Game Changer

Die richtige Farbe ist zwar wichtig, aber Lücken in den Brauen lassen sich so natürlich nicht wirklich ausreichend kaschieren – und davon habe ich einige. Spätestens seit Cara Delevigne träume ich, wie so viele, von uns von vollen, buschigen Brauen und auch wenn die Natur mir hier klare Grenzen gesetzt hat, gibt es doch zwei Produkte, die hier ganz eindeutige nachhelfen! Da wäre zum einen der „Maximiser“ von The Browery und zum anderen das Rizinusöl von Melvita.

The Maximiser von THE BROWERY, um 79 €

Das Wachstumsserum von stärkt die feinen Härchen und schützt sie so vor frühzeitigem Abbrechen und verlängert zudem gleichzeitig die Wachstumsphase der Haarwurzel. Klingt unglaublich? Ist es auch! Denn obwohl bei mir Wimpernseren schon seit Jahren wunderbar funktionieren (mehr dazu hier), hat das Äquivalent für die Brauen bei mir nie Wirkung gezeigt. Bis zu diesem Produkt von The Browery. Ich benutze es seit einigen Monaten und kann förmlich zusehen, wie wieder Härchen in den Lücken wachsen, die bereits bestehenden Härchen länger und dicker nachwachsen und die Braue an sich voller und breiter wird. Zwar ist hier einige Geduld gefragt, da Haarwachstum ein wirklich komplexer und langwieriger Prozess ist, aber ich bin zu 100% überzeugt und happy mit dem, was der Maximiser bisher bei mir bewirkt hat. Will ich auf keinen Fall mehr missen!

Rizinusöl von MELVITA, um 14 €

Mein zweiter Wachstums-Pusher ist das Rizinusöl von Melivta. Das ist ein Tipp meiner lieben Freundin Swantje, Mrs. Augenbrauen, herself. Das bio-zertifizierte Öl stärkt die Haarfollikel, regt die Durchblutung an und pflegt die Brauenhärchen. Deshalb schmiere ich mir allabendlich die Augenbrauen mit dem zähflüssigen Öl ein und sehe ihnen literally beim Wachsen zu. Ich kann zwar nicht genau sagen, welches der beiden Produkte jetzt mehr Effekt hat, aber ich würde beide auch nicht ohne einander benutzen wollen. Während das eher preisintensive Serum punktuell und sparsam aufgepinselt wird, bin ich beim Öl eher großzügig. Die Kombi ist für mich seit Monaten unschlagbar und endlich bekommen auch meine Augenbrauen mal die Pflege ab, die ich meiner Haut oder meinen Wimpern schon seit Jahren zukommen lasse.

Brow Lift & Microblading

Kommen wir nun zu den Profi-Treatments, die ich regelmäßig mache. Und zwar nur an einem einzigen Ort: The Browery in München. Die Gründerinnen, Rada und Amira, kenne ich jetzt schon so lang und fühle mich immer gut bei ihnen aufgehoben. Rada hat nämlich Zauberhände und sie war es auch, die meine Brauen inzwischen zwei Mal gemicrobladet hat. Das Microblading (hier gibt es einen ganz ausführlichen Artikel dazu) ist im Prinzip ein Permanent-Make-up der Brauen, bei dem nicht flächig gearbeitet wird, sondern einzelne Brauenhärchen in die Haut geritzt werden. Das Ergebnis: Ein viel natürlicherer Look, als wir ihn vom Permanent-Make-up der 90er und 2000er kennen. Denn so können nicht nur Lücken täuschend echt aufgefüllt werden, sondern die gesamte Brauenform so gestaltet werden, dass sie ideal zum Gesicht passt. 2016 war mein erster Besuch, 2018 dann eine Auffrischung und in diesem Monat werde ich eine weitere Auffrischung machen lassen – selbstverständlich nehme ich euch da mit! Generell kann ich das Microblading jeder von euch empfehlen, die mit Lücken oder starken Asymmetrien zu kämpfen hat. Kein Stift oder Puder der Welt kann so präzise sein und das Ergebnis hält wirklich lange, sodass das Invest sich auch tatsächlich lohnt.

Aber nicht nur fürs Microblading begebe ich mich regelmäßig in professionelle Hände – seit knapp einem halben Jahr gehe ich auch alle 6 Wochen zu Brow Lift. Und auch wenn dieses Treatment bei weitem nicht neu ist und ich lange dachte, dass sich das nur bei richtig buschigen Brauen lohnt, ist es für mich ein echter Game Changer. Beim Brow Lift werden die feinen Härchen in eine ganz bestimmte Position gebracht, indem die natürliche Struktur mit einer speziellen Lösung aufgehoben wird. Die widerspenstigen Härchen sind danach sozusagen willenlos und lassen sich so drapieren, wie es kein Brauengel je könnte. Der Effekt: Die Brauen wirken feathery, voller und liegen für Wochen in der Form, die am besten zu einem passt. Und ich sage es euch ganz ehrlich: Es gibt kaum ein Treatment, dem ich so entgegen fiebere, wie dem Brow Lift. Es hält bei mir zwar meist nur 3-4 Wochen richtig gut, dann brechen sich meine Härchen wieder Bahn, aber zum einen habe ich dadurch gelernt, wie ich meine Brauenhärchen legen muss, damit sie besonders voll aussehen und zum anderen habe ich einen Monat richtig nice Augenbrauen – und das ist es mir wert!

Styling: Ausfüllen & Fixieren

Farbe, Treatment, Wachstum haben wir also geklärt. Was jetzt noch fehlt, sind meine Styling-Helfen für jeden Tag. Wer Frollein Herr schon lange liest, wird wissen, dass es bei mir eigentlich nur einen Augenbrauenstift gibt, der seit Jahren meine unangefochtene Nummer eins ist – und zwar der „Precisely, my Brow Pencil“ von Benefit. Der Farbton ist wunderbar aschig und kein bisschen rot und die mini feine Spitze des Stifts ermöglicht es, einzelne Härchen per Hand nachzuzeichnen und so ein mega natürliches Ergebnis zu bekommen, statt komplett ausgefüllter Balken-Brauen. Eine absolute Herzensempfehlung!

Augenbrauenstift von BENEFIT, um 22 €

Im Gegensatz zum Brauenstift, ist das nächste Produkt kein altbekanntes, sondern eine recht neue Entdeckung, die mein Beautyherz aber im Sturm erobert hat. „The Creator“ von The Browery ist mehr als nur ein Brauengel – es ist DAS Brauengel. Mit seinen zwei Seiten lassen sich die Brauen entweder ganz natürlich fixieren oder dramatisch vertikal nach oben gelen, sodass man den Brow-Lift-Look für jeden Tag ganz einfach hinbekommt. Dabei krümelt es nicht, hinterlässt keine weißen Schlieren oder lässt im Laufe des Tages nach – ganz und gar nicht! Für den dramatischen Look enthält eine Seite des Gels auch noch feinste Fasern, die mit dem Gel in die Brauen gebürstet werden und so ehr Fülle zaubern. Ich kann es nicht anders sagen, aber dieses Produkt ist der absolute shit und ich habe inzwischen sicher schon 3 Fläschchen leer gemacht.

The Creator von THE BROWERY, um 28 €

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