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Frollein Herr

Influencer-Brands Part 1

Influencer, Blogger, Content Creator: Welchen Namen auch immer wir dieser neuen Berufsgruppe in den sozialen Medien nun geben wollen – die Entwicklung der Branche schreitet rasant voran. Statt sich mit Bildchen-Knipsen und ein paar lustigen Videos zu begnügen, sind aus vielen erfolgreichen Accounts inzwischen erfolgreiche Unternehmen geworden. Die einen vermarkten sich selbst, die anderen ein Produkt. Influencer-Brands heißt das Wort der Stunde, dass die Gemüter zugegebenermaßen spaltet. Die einen feiern es, endlich noch mehr von ihren liebsten Influencern konsumieren zu können, die anderen halten es für pure Geldmacherei.

Ich persönlich stehe diesem Thema ein wenig gespalten gegenüber.

Die meisten Blogger- oder Influencer-Brands bringen in meinen Augen leider weder Mehrwert, noch Ästhetik an den Tisch und fallen deshalb bei mir durch. Den drölfsten Highlighter oder die trilliardste NAKD-Kollektion unter offensichtlich überschaubarer Mitarbeit des Influencers XY lockt mich deshalb auch nicht mehr hinterm Ofen hervor. Aber – wenn Ästhetik, Design und Konzept einer Brand stimmen, dann ist mir herzlich Wurscht, ob ein Influencer seine Reichweite dafür nutzt oder nicht. Ob nun Kindheitstraum, Berufung oder Langeweile dahinterstecken – ich finde es durchaus spannend, wenn sich die zu Marken gewordenen Persönlichkeiten weiterentwickeln und etwas ins Leben rufen, das im Markt tatsächlich Bestand haben könnte.

Deshalb habe ich mich auf die Suche begeben und von Influencern oder Bloggern gegründete Brands aufgetan, die mich wirklich begeistern. Denn der großer Vorteil, den diese Brands haben, ist es, dass sie sich auf Ästhetik, Branding und Bildsprache verstehen, ihr Produkt so optimal inszenieren können und ihm im besten Fall den persönlichen Bezug geben, den Influencer ganz allgemein ja ausmacht. Davor ziehe ich meinen Hut und möchte Euch deshalb meine Favourites heute etwas näher vorstellen. Und da ich während meiner Recherche auf mehr tolle Brands gestoßen bin, als ich zunächst vermutet hatte, splitte ich den Artikel in zwei Teile auf. Heute gibt es die ersten fünf und morgen gehts schon weiter….

Les Fleurs Studio

by Maria Bernad 

Influencer Brands: Les Fleurs Studio
Photo Credit: Les Fleurs Studio

Hinter Les Fleurs Studio steckt die in Paris lebende Influencerin Maria Bernad (371 k Follower), die für ihren kreativen, ausgefallenen und von Vintagemode inspirierten Style bekannt ist. 2017 gründete sie das Label Les Fleurs Studio, das sich auf Vintage-Pieces und Upcycling-Produkte mit nostalgischen Flair konzentriert. Organzablusen wie aus alten Gemälden und einzigartige Vintage-Pieces treffen hier auf pre-loved Kristallgläser oder Porzellan. Bildsprache und Ästhetik wirken so sehr aus der Zeit gefallen, dass sie schon wieder hochmodern sind und sich perfekt dem aktuellen Second-Hand-Trend anschließen. Außerdem spannend: Die Produkte werden nachhaltig in Spanien produziert und zum Einsatz kommen viele Stoffreste, die so nicht im Müll, sondern auf Kleiderbügeln landen. Preislich kann Les Fleurs Studio auch durchaus mit Fast Fashion mithalten (Blazer für 60€, Kleider ab ca. 80€), lediglich die neuen Organza-Pieces, die es mir persönlich besonders angetan haben, liegen ein wenig drüber.

79 Hour

by Josefine Haaning Jensen 

Influencer Brands: 79 Hour
Photo Credit: 79 Hour

79 Hour ist die Schmuck-Brand der dänischen Influencerin Josefine Haaning Jensen (877 k Follower) und ihrer Schwester Linette Haaning Jensen, die zwar keine Influencerin, dafür aber ausgebildete Juwelierin ist (wie praktisch!). Ihr cleaner, minimalistischer Scandi-Stil findet sich selbstverständlich auch in der überschaubaren Schmuckkollektion wieder, die sich auf chunky Statement-Stücke, wie Ketten und Armbänder aus vergoldetem Messing, Münzdetails oder Perlen konzentriert. Gekauft wird entweder direkt über Instagram oder die Website des Labels. Die Preise variieren von 20€ für eine Kette ohne Anhänger bis zu 127€ für den Chunky Choker. Fun Fact am Rande: 79 ist die Zahl des Elements Gold und somit bedeutet der Name “Golden Hour”.

Attire

by Xenia Adonts

Influencer Brands: Attire
Photo Credit: Attire, Xenia Adonts

Kommen wir nun zur ersten (und einzigen) Deutschen in meiner kleinen Auswahl: Xenia Adonts (1,4 Millionen Follower). Die hat mit ihrem Baby Attire vergangenes Jahr nämlich dermaßen ins Schwarze getroffen, dass sie mich eigentlich erst auf die Idee zu diesem Artikel gebracht hat. Nicht nur, dass Attires Ästhetik und Design dermaßen on Point sind und zu Recht mit Old Céline verglichen wird, Nein – Xenia hat Nachhaltigkeit und Transparenz zum Markenkern gemacht und zeigt damit, dass junge, agile Modeunternehmen beides sein können: Fashionable und sustainable.

Produziert wird in kleinen (teils familienbetriebenen) Fabriken in Portugal, über die man auf der Website unter “Transparency” mehr erfahren kann. Alle Materialien sind natürlich und biologisch abbaubar, sowohl Kleidung, als auch Verpackung sind komplett plastikfrei und auch über Preise und Produktionskosten klärt Xenia auf Ihrem Kanal und der Website regelmäßig auf. Chapeau!

Die erste Kollektion, die im Winter 2019 gelauncht wurde, besteht aus klassischen Staples, wie Blusen, Blazer und Pullis, die sich untereinander perfekt kombinieren lassen. Preislich liegt ein Mantel z.B. bei 480€, Blusen bei 260€ oder Hosen bei 230€. Nicht wenig Geld, aber für das Design und die komplett transparenten, nachhaltigen Produktionsbedingungen absolut fair. Ich mochte Xenia vorher schon sehr, aber jetzt bin ich offiziell Fan!

Honieh Beauty

by Erika Boldrin 

Influencer Brands: Honieh Beauty
Photo Credit: Honieh Beauty

Beauty-Labels von Influencern haben es bei mir ehrlicherweise immer etwas schwerer, als Modelabels. Dieses aber hat mich neugierig gemacht: Honieh Beauty wurde von Erika Boldrin (467 k Follower) gegründet und ist organic, vegan, cruelty-free, frei von Parabenen und anderen künstlichen Zusatzstoffen. Die Ästhetik erinnert zugegebenermaßen auf den ersten Blick ein wenig an Glossier, was mich persönlich aber nicht stört.

Probiert habe ich noch nichts, plane das aber bald nachzuholen, weil mich nicht nur Packaging und die überschaubare Produktrange (Cleanser, drei Seren, zwei Masken und ein Moisturizer) neugierig machen, sondern auch der inklusive Ansatz (für alle Hauttypen, Altersgruppen und Geschlechter) und der niedrige Price Point (von 19€ bis 40€). Produziert wird laut eigenen Angaben nachhaltig in Italien und der an den Webshop angeschlossene Blog gibt ein paar zusätzliche Infos zu den Produkten und Skincare im Allgemeinen. Mein Fazit: Da ist noch Luft nach oben, was das Konzept und das Marketing angeht, aber ich behalte Honieh Beauty definitiv auf dem Schirm.

Musier Paris

by Anne-Laure Mais 

Influencer Brands: Musier Paris
Photo Credit: Musier Paris

Wer Pariser Flair par excellence sucht, ist bei Musier Paris, dem Fashionlabel von Influencerin Anne-Laure Mais (578 k Follower) genau richtig. Die DNA: Ein Mix aus Trend-Pieces, Vintage-Vibes, floralen Prints und ganz viel Femininität. Das Konzept passt nicht nur wunderbar zu Anne-Laure, sondern trifft modisch gesehen den Zahn der Zeit, denn: Der effortless Pariser-Chic ist und bleibt ein Trend-Dauerbrenner – und die modischen Essentials für diesen Look findet man bei Musier Paris definitiv! Meine Favoriten sind die Blazer des Labels, die einen sagenhaften Schnitt haben und genau den richtigen Grat zwischen fitted und oversized treffen. Preislich liegt Musier irgendwo in der Mitte: Die Blazer gibt es für ca. 250 €, Schuhe für 150 € und Tops unter 100€.

To be continued… Morgen kommt Teil 2!

 

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