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Frollein Herr

Treatment-Test: Microdermabrasion

Abgesehen von der regelmäßig aufflammenden und wieder abheilenden Perioralen Dermatitis, gibt es ein “Hautproblemchen”, das ich sehr gerne in den Griff bekommen würde: Meine unregelmäßige Hautstruktur. Damit meine ich nicht unbedingt Pickel oder Mitesser (auch wenn ich auf die selbstverständlich ebenfalls gut verzichten könnte), sondern ein allgemein unebenes Hautbild. Dazu gehören in meinem Fall vergrößerte Poren, sogenannte Whiteheads (eine Mix aus toten Hautzellen und Talg, die sich in einer Pore sammeln) und ein fahler, hier und da aber auch geröteter Teint.

Ein Treatment, das unter anderem genau dagegen wirken soll und seit Jahren auf dem Kosmetikmarkt etabliert ist, ist die Microdermabrasion – und genau die habe ich in der Praxis von Dr. Timm Golüke, der mir nicht nur während meiner letzten PoD-Phase unterstützend zur Seite stand, sondern mich auch regelmäßig mit Experten-Input versorgt, über mehrere Wochen testen dürfen.

Was ist die Microdermabrasion?

Das Verfahren lässt sich vereinfacht mit dem Sandstrahlen vergleichen. Feinste Mikrokristalle (Sand, Salz oder Diamantenpartikel) werden mit einem Handstück auf die Haut geschoßen und gleichzeitig durch ein Vakuum wieder abgetragen. Dadurch wird zum einen die Hautoberfläche von Hautschüppchen, Verhornungen und überschüßigem Talg befreit und so geglättet (Soforteffekt), zudem kommt es in den tieferen Hautschichten zu einer gesteigerten Zellneubildung und das Hautbild wird so sichtbar regeneriert (Langzeiteffekt). Wie bei vielen Treatments wird die Haut bei der Microdermabrasion auch ideal auf anschließende Wirkstoffe vorbereitet, die durch die mechanische Behandlung der Haut viel tiefer eindringen und ihre Wirkung effizienter entfalten können. Prinzipiell ist die Microdermabrasion für alle Hauttypen geeignet, allerdings variiert die Häufigkeit der Anwendung je nach Hautzustand. Bei einer trockenen Haut sind z.B. nicht so viele Sitzungen nötig, wie bei einer öligen Haut und auch die Ruhe-Intervalle sind länger. Bei jeglichen Formen einer entzündlichen Hautkrankheit (wie z.B. offener Akne) empfiehlt sich die Microdermabrasion allerdings nicht, da Entzündungen durch die mechanische Reizung eher noch getriggert werden können.

Microdermabrasion: Wie läuft die Behandlung ab?

Ich habe mich für meinen Test in die Hände der medizinischen Kosmetikerin Nathalie Plattl begeben, die für die Behandlungen in der Praxis von Dr. Golüke zuständig ist. Zuallererst schaut sie sich meine Haut ganz genau an, fragt mich nach Problemen, subjektiven Eindrücken und erklärt mir, was sie genau machen möchte. Ein riesiger Pluspunkt bei den Behandlungen in dieser Praxis ist nämlich, dass man nicht pro Treatment zahlt und dann auch ausschließlich das bekommt, was gebucht ist, sondern, dass man für die Zeit bezahlt und in diesem Rahmen alle möglichen Treatments erhält, die für die eigene Haut am besten sind. Deshalb hat sich bei meinem Test auch jede Sitzung ein wenig von der anderen unterschieden – je nach Zustand und Bedürfnis meiner Haut.

Los geht es dann natürlich erstmal mit der Abreinigung: Make-up, Talg & Co. kommen runter und die Haut wird mit einem leichten Enzympeeling vorbehandelt. Jetzt ist die Microdermabrasion dran. Dabei fährt die Kosmetikerin in gleichmäßigen Bewegungen mit dem Handstück über mein Gesicht und verweilt (je nach sichtbarer Verhornung) an der einen Stelle länger und an der anderen kürzer. Die feinen Partikel schießen Verhornungen und Hautschüppchen sozusagen von der Haut und werden gleichzeitig wieder abgesaugt, sodass sie sich nicht auf der Haut ansammeln. Das Treatment tut kein bisschen weh, kitzelt höchstens leicht und nach ein paar Minuten ist es auch schon vorbei.

Anschließend folgt eine manuelle Ausreinigung, der einzige schmerzhafte Part des Treatments, aber da die gröbsten Verhornungen durch die Microdermabrasion gelöst wurden, kommt die Kosmetikerin händisch jetzt besser an widerspenstige verstopfte Poren und Mitesser ran. Was danach folgt, ist komplett individuell. Ich hatte Masken, Sauerstoffbehandlungen, Hochfrequenz-Treatments oder andere medizinkosmetische Anwendungen. Je nachdem, was meine Haut an diesem Tag gebraucht hat.

Nach der Behandlung wird eine leichte Pflege aufgetragen und nach Wunsch auch eine getönte Tagescreme, worauf ich persönlich immer verzichtet habe, da ich das Gefühl liebe, wenn die Haut nach einem Treatment so richtig schön atmen kann und lieber mit ein paar leichten Rötungen durch die Stadt laufe, als mich gleich wieder zuzukleistern. Die Rötungen hielten sich bei mir aber wirklich in Grenzen und diese waren auch eher auf die manuelle Ausreinigung zurückzuführen, als auf die Microdermabrasion an sich.

Je nachdem welches Hautproblem angegangen werden soll und wie die eigene Haut reagiert, sollte die Microdermabrasion dann im Abstand von einer oder mehreren Wochen wiederholt werden. So erreicht man nämlich nicht nur die oberste Hautschicht, sondern auch die, die mit der Zeit an die Oberfläche kommt und kann so das beste Langzeitergebnis erzielen.

Microdermabrasion: Mein Fazit

Das Gefühl am Tag nach der Behandlung ist unbeschreiblich! Die Haut ist so glatt, dass sie fast spiegelt und meine Talgproduktion ist zur Abwechslung mal reguliert. Die Haut wirkt ebenmäßig und die Hubbel oder Whiteheads, die ich als störend empfinde, sind wie weggeblasen (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich muss wirklich sagen, dass ich bisher noch kein Treatment getestet habe, das einen solch sichtbaren Soforteffekt liefert und das ohne jegliche Down-Time. Aber natürlich hält der Effekt nicht ewig und die Haut beginnt nach Tagen oder Wochen wieder ihre gewohnten Wege zu gehen, weshalb eine Kur in meinen Augen wirklich Sinn macht. So wird das umfassendste und langanhaltendste Ergebnis erzielt und die Haut bekommt ein echtes Reset.

Ich habe die Kur im November 2019 angefangen und die Abstände zwischen den Behandlungen wurden immer größer. Klar, der kurze Anfall meiner PoD hat das Testergebnis ein wenig verfälscht, aber ich habe ja zum Glück noch mehr Gesicht, als nur meine Mundpartie. Und hier konnte ich den Unterschied wirklich feststellen. Nach knapp sechs Sitzungen war bei mir jetzt aber auch Schluss, weil wir der Haut ja etwas Gutes tun und sie unterstützen wollen, statt ihr regelmäßig zu sehr auf die Pelle zu rücken.

Was nicht nur bei der Microdermabrasion, sondern bei allen medizinkosmetischen Behandlungen wichtig ist, ist eine professionelle Beratung und eine erfahrene Kosmetikerin. Nur weil die Microdermabrasion für mich funktioniert hat, heißt das nicht, dass sie auch für Eure Haut richtig ist. Sucht Euch deshalb unbedingt jemanden, dem Ihr vertrauen könnt und bei dem Ihr Euch gut aufgehoben fühlt. Ein Profi findet dann genau die richtige Behandlungsstrategie und das richtige Intervall für die Treatments, sodass es weder zu viel, noch zu wenig für Eure Haut ist.

Meine Haut und ich fühlen uns auf jeden Fall ready für einen Neustart in 2020!

Good to know: Je nach Hautbedürfnis kostet eine Stunde Medizinkosmetik in der Praxis von Dr. Timm Golüke zwischen 120 € und 160 €.

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