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Frollein Herr

Wohnungs-Update Nr.2

Uff – es ist geschafft!

Naja, zumindest so gut wie! Das ein oder andere Stück fehlt noch und auch dekotechnisch bin ich höchstwahrscheinlich niemals fertig, aber wir befinden uns auf der Zielgeraden. Ähnlich wie beim Trinken, möchte ich derzeit ganz laut und voller Überzeugung schreien: “Ich ziehe nie wieder um!” Aber wir wissen alle, dass das eher unwahrscheinlich ist. Deshalb bin ich einfach erleichtert und froh, dass wir jetzt endlich in unserer neuen Wohnung angekommen sind.

Seit circa zwei Wochen leben und schlafen wir jetzt schon hier und versuchen das Gefühl des Zuhause-Seins so richtig zu verinnerlichen. Denn so einfach ist das gar nicht: Das Hirn weiß zwar, dass man jetzt hier lebt, aber trotzdem ist alles wahnsinnig neu und ungewohnt. Wo stehen nochmal die Töpfe? Wie funktioniert die Heizung? Welcher Lichtschalter ist für den Flur und welcher fürs Bad? Kleine Herausforderungen des neuen Alltags, die uns sicher schnell in Fleisch und Blut übergehen werden.

Wohnungs-Update Nr.2
Wohnungs-Update Nr.2

Der Weg hierhin war allerdings lang.

Vor über zwei Monaten, als wir den Mietvertrag unterschrieben, herrschte zunächst das reine Chaos. Alles musste schnell gehen, alte Verträge gekündigt, Nachmieter gefunden und die neue Wohnung geplant werden (mehr dazu im ersten Teil meines Wohnung-Updates). Jetzt aber sind alle Möbel da und wir haben so einiges gelernt. Z.B. dass man sich Hilfe vom Profi durchaus gönnen sollte!

Deshalb haben wir uns auch ein professionelles Umzugsunternehmen geleistet, dass innerhalb von 3 Stunden (!) meinen gesamten Hausstand aus Wohnung A zu Wohnung B (im 3. Stock ohne Aufzug) geschafft hat. Das hätten wir niemals ohne größere Schäden an uns oder den Möbeln geschafft und konnten super fix mit dem Auspacken beginnen. Ein Luxus, den ich mir ab sofort immer gönnen werde (naja – ich ziehe natürlich nie wieder um – aber rein theoretisch).

Wohnungs-Update Nr.2
Wohnungs-Update Nr.2

Ein weiteres Learning meinerseits war, dass man nicht alles gleichzeitig machen kann.

Ich habe den Umzug, die Möbelsuche und alles was sonst noch so anfällt, nämlich zu Beginn parallel zu meiner täglichen Arbeit jongliert. Texte geschrieben und dann Kisten gepackt, Fotos produziert und dann Pakete in der neuen Wohnung entgegengenommen. Das hat mich nach spätestens einem Monat so in den Wahnsinn getrieben, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben eine echte Schreibblockade hatte und den Blog für ein paar Wochen auf Sparmodus stellen musste.

Das hat mir zwar nicht gefallen und ich habe sehr mit mir gehadert, aber es war absolut notwendig, da ich in diesem Zwischenstadium, in dem ich für zwei Monate lebte, überhaupt keine neuen Ideen mehr entwickeln konnte und damit weder Euch noch mir einen echten Gefallen getan hätte. Das war in 1 1/2 Jahren Frollein Herr das erste Mal, dass ich mir diese Auszeit genommen habe und das war für mich persönlich sagenhaft wichtig. Denn: Als Selbstständige/r muss man ganz besonders gut auf sich acht geben – im Krankheitsfall gibt es nämlich keine Vertretung und so ist man schlichtweg gezwungen mit seinen Kapazitäten hauszuhalten. Das ist mir spätestens dann klar geworden, als ich auf halbem Weg in den 3. Stock beim Tragen einer verdammt schweren Kommode das Heulen angefangen habe und mich wie ein kleines Kind auf die Treppe gesetzt und geschluchzt habe.

Da war es schlicht und einfach zu viel und das musste ich einsehen.

Wohnungs-Update Nr.2
Wohnungs-Update Nr.2

Veränderungen sind manchmal hart und Umzüge noch härter – jetzt aber bin ich wieder voll motiviert und habe so richtig Bock auf den neuen Lebensabschnitt.

Sowohl privat (es ist schließlich unsere erste gemeinsame Wohnung), als auch beruflich. Denn endlich konnte ich mir den Traum eines richtigen Büros erfüllen, das eine Tür hat, die man abends hinter sich zumachen kann und ich so ein wenig Raum zwischen mich und meine To-Dos bringen kann. Ich habe endlich genug Stauraum für Produkte und Kleidung, genug Platz für Fotoproduktionen und versuche mehr Ordnung zu halten. Sowohl physisch, als auch gedanklich!

Wohnungs-Update Nr.2
Wohnungs-Update Nr.2

Ob ich denn nun zufrieden bin mit der Wohnung? Schwer zu beantworten!

Unser Schlafzimmer ist für mich der schönste Raum der Wohnung und es ist besser geworden, als ich es mir je vorgestellt habe. Ich liebe die Tapete, unseren gepimpten Pax und den Fakt, dass wenig offen herumliegt und die dadurch entstehende Ruhe, die der Raum für mich ausstrahlt. Unser Wohnzimmer ist auch toll geworden, allerdings haben wir noch eine recht leere Ecke vor den Fenstern, bei der ich mir noch nicht so recht sicher bin, was und ob da überhaupt noch was hin soll. Es bleibt also spannend.

Womit ich allerdings doch etwas hadere, ist mein Arbeitszimmer – genauer gesagt mit der Wandfarbe. Ich weiß, ich weiß, ich liege Euch damit bereits seit Wochen in den Ohren, aber solche Details treiben mich tatsächlich sehr um. Im einen Moment liebe ich die kräftige Farbe und im anderen wird es mir zu viel. Ich werde die Raumstimmung deshalb noch eine Weile testen um im Zweifelsfall müssen wir da nochmal ran. Ärgerlich, aber so ist es nun mal:

Ob die ein oder andere Interior-Entscheidung nämlich richtig war, merkt man manchmal erst, wenn man schon längst in der Wohnung lebt.

Wohnungs-Update Nr.2
Wohnungs-Update Nr.2

Und auch in der Küche steht noch ein wenig Arbeit an. Unser Vermieter, der früher selbst hier gewohnt hat, hat nämlich die Türen für die Küchenschränke abmontiert und die Schränke danach gestrichen. Wir würden die Türen jetzt allerdings gerne wieder anmontieren und müssten diese dann auch streichen. Das hat keine Eile, aber ich sehe mal wieder ein Sprüh-Experiment auf uns zukommen. Stay tuned…

Wohnungs-Update Nr.2
Wohnungs-Update Nr.2

Ansonsten fehlen jetzt nur noch ein Sessel fürs Schlafzimmer, mein Schreibtischstuhl von Thonet (der allerdings erst im Oktober kommt) und der maßangefertigte Beistelltisch von Johanenlies. Aber ich bin mir sicher, dass sich diese Wohnung konstant weiterentwickeln wird. Mit neuen Bedürfnissen, Trends und Gefühlen. Und da ich trotz des ganzen Stresses gemerkt habe, wieviel Spaß mir der Interiorbereich macht, möchte ich ihn auch weiterhin größer hier auf Frollein Herr spielen.

Es bleibt also aufregend, was die Einrichtung, aber auch das Zusammenleben angeht. Denn das ist nochmal Futter für einen anderen Artikel.

Wohnungs-Update Nr.2
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Comments

  • 15. September 2019
    reply
    Romy

    Das Gefühl eines Zuhause kommt mit der Zeit, wenn man seine Routinen entwickelt und sich da rein fühlt. Das ist m.E. Wie mit einer Beziehung – am Anfang ist alles whoop whoop und spannend, aber auch etwas unsicher und irgendwann dann nicht mehr ganz so spannend dafür aber vertraut und sicher.
    Und ich muss mal deinem Freund ein großes Lob aussprechen! Das Farbkonzept und die Details sind schon ganz schön harter Tobak für einen Mann und in meinen Augen, ist es ein riesengroßer Liebesbeweis, dass er da so tolerant ist und das mitmacht. Also, Chapeau „Herr Herr“! Den Mann würde ich mir an deiner Stelle sichern 😂

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