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Frollein Herr

Hautpflege: Der große Inhaltsstoff-Guide

Endlich ist es soweit!

Um dieses Thema bin ich eine ganze Weile rumgeschlichen – weil ich nicht so recht wusste, wie ich es für Euch am besten aufbereiten kann. Schon lange habe ich den Wunsch, auf dem Blog eine Art Glossar für Inhaltsstoffe anzubieten, wo Ihr stöbern und hoffentlich Antworten auf offenen Fragen finden könnt.

Es gibt so viele Wirkstoffe in der Kosmetik, die alle das selbe versprechen: Schöne Haut im null Komma nichts. Aber wie soll man da nur den Durchblick behalten? Sucht Ihr nach einem Produkt, das mehr Feuchtigkeit liefert oder doch eher etwas für Anti-Ageing? Genau hier hilft es, wenn man weiß, welcher Wirkstoff was kann. Aber, wie ich schon so oft gesagt habe, ist jede Haut anders und nicht jeder Wirkstoff funktioniert bei jedem, so wie er soll.

Deshalb soll dieser Artikel auch lediglich eine Grundlage bieten, die Skincare-Basics sozusagen.

Er soll Euch eine Kurzzusammenfassung der wichtigsten Inhaltsstoffe in der Hautpflege bieten und Euch über Ihre Wirkung aufklären, damit Ihr Euch beim nächsten Kosmetikkauf ein wenig besser informiert fühlt. Aber: natürlich bin auch ich weder Kosmetologin noch Bio-Chemikerin, weshalb ich auch für einen offenen Austausch, Erfahrungsberichte und auch Kritik, ganz offen bin.

Dieser Artikel ist ein offener Artikel, der regelmäßig aktualisiert wird und sich verändert. Immer wenn ich auf einen neuen oder wiederentdeckten Inhaltsstoff stoße, Insights auf Presseterminen gewinne oder mich selbst näher zu einem Wirkstoff informiere, füge ich das hier ein. Und ich würde mich auch freuen, wenn Ihr mir Fragen zu Wirkstoffen schickt, über die Ihr gerne mehr erfahren wollt. Deal?

Jetzt lege ich aber los – und zwar mit den ersten sechs Wirkstoffen, die ich für wichtig, interessant und so weit verbreitet halte, dass sicher jeder von Euch ihnen schon mal irgendwo begegnet ist.

Los gehts!

 

Alpha-Hydroxy-Säure (Fruchtsäure)

Zur Fruchtsäure habe ich hier ja bereits einen ganzen Artikel geschrieben, aber dennoch darf sie auch in meiner Inhaltsstoffsammlung nicht fehlen. Unsere Mütter kennen sie vielleicht noch aus den 90ern, als chemische Peelings mit Fruchtsäuren DER shit schlechthin waren. Allerdings ging damals auch noch so einiges schief, weshalb die Säuren lange Zeit einen sehr schlechten Ruf hatten.

Besonders in den letzten Jahren aber, sind die wasserlöslichen Fruchtsäuren aus der Beautyindustrie (und btw auch aus meiner Beautyroutine) nicht mehr wegzudenken. Es wurde geforscht und verbessert und inzwischen verstecken sich die Säuren in mehr Produkten, als man denken würde. Denn: Sie können (fast) alles.

Sie mildern Pickel und Unreinheiten, verkleinern Poren und minimieren sogar Fältchen. Und wie das? Indem sie die oberste Hautschicht aufweichen und in der Tiefe die Zellenbildung anregen. Denn: Je besser die Regeneration, desto besser das Hautbild. Deshalb sind Fruchtsäuren auch als Anti-Ageing-Waffe so effektiv, da die Zellneubildung mit dem Alter etwas einschläft. Für den Kickstart sorgen dann die “AHA’s” wie Glykolsäure (Glycolic Acid), Zitronensäure (Citric Acid), Milchsäure (Lactic Acid), Apfelsäure (Malic Acid) und Weinsäure (Tartaric Acid). Die AHA’s werden in Produkten übrigens auch häufig mit BHA’s kombiniert (dazu gleich mehr).

Produkte, die AHA’s enthalten:

“Glow Tonic” von PIXI, um 20 €

“Skin Perfecting 8% AHA Gel Peeling” von PAULA’S CHOICE, um 33 €

“Liquid Gold” von ALPHA-H, um 30 €

“Clinique ID Dramatically Different Jelly Base + Active Cartridge Concentrate Uneven Skin Texture” von CLINIQUE, um 48 €

 

Beta-Hydroxy-Säure (Salicylsäure)

Die BHA-Säure (Salicylsäure) ist der AHA sehr ähnlich. Der Unterschied liegt zum einen darin, dass BHA’s fettlöslich sind (und nicht wasserlöslich) und sie besonders gut für ölige und zu Unreinheiten neigende Haut geeignet sind, wohingegen die AHA’s sich besonders gut für trockene Haut eignen.

Salicylsäure peelt, klärt intensiv und bekommt so die Talgüberproduktion, die das zugrundeliegende Problem für unreine Haut und Fettglanz ist, in den Griff. Die Poren werden gereinigt und Entzündungen gemindert, deshalb findet man Salicylsäure auch in den meisten Produkten für ölige oder Mischhaut. Kombiniert man nun AHA und BHA bekommt man eine optimale Wirkstoffmischung, die ihre Arbeit an allen Fronten verrichtet. Ob als Peeling, Maske oder Toner: Vor den neuartigen Säuren braucht Ihr wirklich keinerlei Angst haben. Falls Ihr dennoch zaghaft seid, tastet Euch erstmal langsam an das Produkt ran und steigert die Anwendungshäufigkeit nach und nach.

 

Produkte, die BHA’s enthalten:

“Vinopure Clear Skin Purifying Toner” von CAUDALIE, um 17 €

“Clear Extra Strength 2% BHA Peeling” von PAULA’S CHOICE, um 33 €

 

Hyaluronsäure

Spricht man über pflegende Wirkstoffe, kommt man an der Hylauronsäure definitiv nicht vorbei. Inzwischen ist sie aus keiner Beuatyroutine mehr wegzudenken, egal in welchem Alter – und das aus gutem Grund. Die Hyluronsäure (auf der INCI-Liste heißt sie Sodium Hyaluronate) hat nämlich eine ziemlich coole Superkraft: Sie kann sehr viel Wasser binden. Nur 1 Gramm Hyaluronsäure schafft bis zu 6 Liter. Das ist besonders wichtig, wenn es um die Spannkraft und Feuchtigkeitsversorgung der Haut geht.

Sie ist außerdem natürlicher Teil unseres Bindegewebes, weshalb sie auch so gut verträglich ist, und ist unter anderem dafür zuständig, dass unsere Gelenke geschmeidig bleiben und wir uns gut bewegen können. Geht es aber um die Hautpflege, ist es besonders wichtig eines zu verstehen: Junge Haut ist deshalb so straff und prall, weil sie Wasser besser binden kann, als reifere Haut. Das liegt daran, dass der Gehalt der körpereigenen Hyaluronsäure in der Jugend deutlich höher ist, als im Alter. Wenn wir also etwas gegen den Spannkraftverlust, Fältchen oder das Absacken der Haut tun wollen, steht die Hyaluronsäure ganz oben auf der Liste.

Wichtig ist dabei, zwischen hoch- und niedermolekularer Hyaluronsäure zu unterscheiden. Denn: Unsere Haut ist ja dazu da, nicht alles in unseren Körper gelangen zu lassen und ist ein Molekül zu groß, kommt es auch nicht rein. Nur die kleine, also die niedermolekulare Hyaluronsäure kann in die Haut eindringen und dort die Feuchtigkeit binden. Allerdings gibt es auch diverse Produkte, die auf eine Kombi von hoch- und niedermolekularer Hyaluronsäure setzen, da man so sowohl einen Kurzzeit-, als auch einen Langzeiteffekt erzielt.

Wie immer gilt auch hier: Je weiter vorne der Wirkstoff in der Liste der Inhaltsstoffe steht, desto mehr ist drin. Darauf solltet Ihr generell bei allen Produkten achten.

Produkte, die Hyaluronsäure enthalten:

Niacinamid aka Vitamin B3

Noch so ein Wunderwirkstoff gegen vergrößerte Poren, einen unebenen Teint oder Fältchen. Das Amin der Nicotinsäure wirkt außerdem antibakteriell und soll die Hautbarriere schützen. Deshalb steckt es in besonders vielen Produkten, die gegen Unreinheiten und Mitesser vorgehen. In diesen wird es oft mit Zink kombiniert (mehr dazu unten), welches ebenfalls gegen großporige Haut vorgeht.

Durch seine hautbarrierestärkende Funktion aber ist es auch wunderbar für die Behandlung gereizter und trockener Haut geeignet. Auch Hyperpigmentierungen und Pigmentverschiebungen können damit angegangen werden. Achja – bevor ich das unter den Tisch fallen lasse: Die Kollagenproduktion wird durch Niacinamid ebenfalls angekurbelt, was für straffe und aufgepolsterte Haut sorgt. Klingt fast zu gut um wahr zu sein, oder?

 

Produkte, die Niacinamid enthalten:

“10% Niacinamid Booster” von PAULA’S CHOICE, um 40 €

“Niacinamide 10% + Zinc 1%Gesichtspflege” von THE ORDINARY, um 6 €

“Pure Night” von DERMALOGICA, um 87 €

 

 

Retinol aka Vitamin A

Retinol, auch als Vitamin A bekannt, ist ein fettlösliches, essentielles Vitamin und ein gefeierter und gleichzeitig gefürchteter Wirkstoff. Das liegt besonders daran, dass die Formulierungen in der Vergangenheit noch nicht so ausgeklügelt waren und es häufig zu Trockenheit kam. Da sind wir aber jetzt schon eine ganze Spur weiter.

Denn: Retinol gilt als DER Anti-Ageing-Wirkstoff und wird besonders zur Zeit von vielen Firmen wiederentdeckt und gepusht. Woran das liegt? Zum einen hat Retinol einen leicht peelenden Effekt, welcher Pigmentflecken mildert, große Poren minimiert und die Haut strahlen lässt. Zum anderen regt Retinol die Kollagenbildung an, das für Elastizität und Spannkraft verantwortlich ist und so auch Falten mildert.

Soweit, so gut. Trotzdem halten sich viele Mythen über Retinol immer noch hartnäckig. Zum Beispiel soll es unter gar keinen Umständen in Kombination mit Fruchtsäure-Peeling verwendet und auch nicht tagsüber verwendet werden. Zu einer Wechselwirkung mit Fruchtsäuren gibt es bisher allerdings keine Studien, die eine solche Negativwirkung belegen. Ich habe auch lange die Finger von der Kombi gelassen, mich aber inzwischen herangetastet und konnte keine Irritation feststellen. Was die Lichtempfindlichkeit angeht, scheiden sich die Geister ein wenig. Aber: Wie bei allen Wirkstoffen, die die Haut peelen, ist ein LSF sowieso Pflicht. Deshalb nutze ich Retinol vorzugsweise abends und trage tagsüber meinen Lichtschutz.

Trotz der neuen Formulierungen und aller Erkenntnisse, die die Kosmetikindustrie in den letzten Jahren gewonnen hat, kann es bei der Verwendung von Retinol in der ersten Zeit zu Irritationen kommen. Falls das passiert, nicht gleich in den Müll werfen, sondern das Produkt nur alle paar Tage verwenden und sich langsam herantasten. Dauern die Irritation über mehrere Wochen an, lieber Finger weg.

Produkte, die Retinol enthalten:

“Powerful Retinoil” von INSTYTUTUM, um 110 €

“Retinol Ceramide Capsules Line Erasing Night SerumSerum” von ELIZABETH ARDEN, um 85 €l

“1% Retinol Booster” von PAULA’S CHOICE, um 50 €

 

Vitamin C

Wenn ich “Vitamin C” höre, muss ich immer an gerötete Apfelbäckchen und gesunden Orangensaft denken. Und damit liege ich gar nicht mal so falsch. Das Power-Vitamin (Ascorbinsäure) ist nämlich nicht nur für die Gesundheit unseres Körpers wichtig, sondern auch für die unserer Haut.

Vitamin C ist ein sehr starkes Antioxidans, welches für den Schutz vor schädlichen äußeren Einflüssen (freien Radikalen), wie Luftverschmutzung, Sonne oder Zigarettenrauch zuständig ist. Unser größtes Organ ist der Welt täglich schutzlos ausgeliefert und braucht deshalb starke Verbündete, die Antioxidantien, um die vorzeitige Hautalterung zu stoppen. Als ich in der Beauty angefangen habe, dachte ich lange Zeit “freie Radikale” sei eine extremistische Partei – nicht ganz, aber ähnlich wie ein paar Hooligans kann man sich das schon vorstellen.

Die Haut wird angegriffen und leidet. Wenn sie dann Hilfe von Partnern wie dem Vitamin C bekommt, kann sie sich besser verteidigen. Und die Wirkweisen sind wirklich grenzenlos. Vitamin C mildert unter anderem Pigmentflecken, wirkt entzündungshemmend und unterstützt den natürlichen Heilungsprozess der Haut. Auch die Kollagenbildung wird vom Power-Vitamin unterstützt und Falten gemildert und die Haut aufgepolstert.

 

Produkte, die Vitamin C enthalten:

“Hyaluron-Intensivserum” von NATURMÄDCHEN, um 30 €

“Vitamin C Face Wash” von JOANNA VARGAS, um 41 €

“C15 Super Booster” von PAULA’S CHOICE, um 50 €

“Vitamin C Serum” von MARIO BADESCU, um 55 €

Zink

Auch wenn es Euch vielleicht noch nicht direkt aufgefallen ist, das Spurenelement Zink ist in sehr vielen Beautyprodukten enthalten. Zum einen, wegen seiner Anti-Akne-Wirkung und zum anderen als UV-Filter.

Uns allen bekannt ist Zink (Zinkoxid), zusammen mit Titanoxid sicherlich als physikalischer (mineralischer) UV-Filter. Sie bilden eine Schutzbarriere auf der Haut und reflektieren die schädlichen UV-Strahlen. Die Australier schmieren sich das Zink übrigens gerne mal direkt ins Gesicht und “malen” sich ihr Gesicht so weiß an, dass ihnen die extreme UV-Strahlung nichts anhaben kann.

In Sachen Akne ist Zink deshalb so wirksam, weil es das Wachstum der aknefördernden Bakterien hemmt. Außerdem reguliert es die Talgproduktion und wirkt dem Problem von unreiner Haut so im Keim entgegen. Zudem wirkt Zink noch beruhigend und entzündungshemmend – perfekt also in On-The-Spot-Produkten gegen Pickel. Spezielle und hochdosierte Zinksalben gibt es nur in der Apotheke. Damit habe ich selbst allerdings noch keine Erfahrung gemacht und würde mich vor dem Kauf lieber zunächst vom Hautarzt oder Apotheker beraten lassen.

 

Produkte, die Zink enthalten:

 

 

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Comments

  • 22. Januar 2019
    reply

    Das ist eine großartige Idee! Danke! Ich habe mich auch schon öfter gefragt, warum es keine App gibt, in die man Produkte eingeben, oder scannen kann, um sie z.b. als Naturkosmetik zu identifizieren oder so was. Oder gibt es so was schon? Herzliche Grüße!

    • 22. Januar 2019
      reply
      Maria

      Ja gibt es. Die App heißt Codecheck. Lg

  • 22. Januar 2019
    reply
    Dorothea

    Super Idee liebe Karo und ein wirklich gelungener Auftakt dieser Reihe! Ich finde diesen Artikel sehr spannend, da ich selbst sehr viel über Wirkstoffe lese, um mich optimal gegen das Altern zu wappnen 🙂 Ich bin nämlich ein großer “The Ordinary”-Fan was mich letztlich dazu gebracht hat, mir genauere Gedanken über Wirkweise und optimale Wirkstoffkombinationen zu machen. Eine Frage: wie genau wirkt der Stoff ” Niacinamid” (Vitamin B3)? Und gibt es tatsächlich Wechselwirkungen mit Vitamin C? Lieben Dank für Deine Recherche auch was obige Wirkstoffe betrifft! Tolle Arbeit !!!!!

    Liebste Grüße
    Dorothea

  • 22. Januar 2019
    reply
    Katharina Happ

    Schön informativ, vielen Dank! Zu Codecheck: Da kann man in der Tat alle Inhaltsstoffe und Produkte checken und erfährt, welche evtl. aus welchen Gründen bedenklich sind. Sehr gut, wenn man sich in Richtung Naturkosmetik orientieren will oder zumindest die (für Mensch oder Umwelt) fiesesten Ingredienzen vermeiden möchte. Um Codecheck zu nutzen, muss man die App nicht haben. Einfach Seite http://www.codecheck.de aufrufen und oben ins Suchfeld Inhaltsstoff oder Produktname eingeben.
    Liebe Grüße,
    Katharina

  • 23. Januar 2019
    reply

    Danke für den Tipp mit Codecheck! Habe ich mir gleich installiert! Super!

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