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Frollein Herr

Frollein Herr: Behind the scenes

Ihr habt Euch mehr Insights in die Bloggerwelt gewünscht – Ihr sollt sie bekommen!

Um ehrlich zu sein, hatte ich die Idee zu diesem Artikel schon lange im Hinterkopf, war mir aber noch nicht so recht sicher, ob Euch das, was hinter den Kulissen bei Frollein Herr so abgeht, auch tatsächlich interessiert. Gottseidank gibt es bei Instagram die Umfrage-Funktion, bei denen Ihr mir Eure Wünsche mitteilen könnt – denn da kam zufälligerweise mehrfach genau dieser Wunsch auf: “Karo, zeig uns doch mal ein bisschen mehr Behind The Scenes!”

Euer Wunsch ist mir wie immer Befehl und deshalb gibt es heute die schonungslose Wahrheit. Naja, sagen wir es mal so: Heute soll es nicht um Presse-Events, Kooperationen oder Reisen gehen, sondern um den stinknormalen Alltag eines hauptberuflichen Bloggers, um genauer zu sein: Meinen stinknormalen Alltag, denn jeder handhabt das sicherlich ganz anders. Dabei ist mir wichtig zu betonen, dass dies hier absolut keine Beschwerde à la “Wir armen Blogger” sein soll, sondern ich Euch vielmehr ein paar kleine Anekdoten und Tatsachen erzählen möchte, die Ihr gerne mit einem Augenzwinkern verstehen dürft.

Denn wie jeder Job bringt auch meiner so einige Tücken mit sich, an die man beim Wort “Blogger” vielleicht erstmal so gar nicht denkt. Eins steht jetzt schon mal fest: Selbstständig zu bloggen ist eher selten so glamourös wie es scheint – und da ich nichts von der Unantastbar-Blase halte, mit der sich so mancher Blogger oder Influencer umgiebt, sehe ich auch keinen Grund dazu, diese Dinge nicht auch mit Euch zu teilen. Aber nicht vergessen: Ich liebe meinen Job und bin tagtäglich dankbar, dass ich ihn machen darf. Trotzdem gibt es so manches, was mich regelmäßig zur Verzweiflung treibt…

 

Die Sache mit dem Platz

Als ich vor über einem Jahr beschloss meinen festen Job zu kündigen und stattdessen hauptberuflich aus dem Home Office heraus zu bloggen, dachte ich, ein Schreibtisch und ein Laptop würden für den Anfang genügen. Also räumte ich mein Wohnzimmer ein bisschen um, richtete mir eine Arbeitsnische ein und legte los. Jetzt, ein Jahr später muss ich zugeben: Das war der größte Irrtum des letzten Jahres. Von zuhause aus zu arbeiten heißt in meinem Fall nämlich nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern auch Bilder machen, Produkte aufbewahren und im Blick behalten und Requisiten für Produktionen besorgen und verstauen. Recht schnell war dann klar:

Ich habe keinen Platz. Und wenn ich sage “keinen Platz”, dann meine ich “keinen einzigen Quadratzentimeter mehr”.

Auf und in Kommoden, Schränken und sogar meinem Boden stapelt sich stuff – besser kann ich es einfach nicht ausdrücken. Da stehen Vasen, Cremes, Schuhe, Taschen und weiß der Geier was, wild verstreut in der Wohnung herum, weil ich einfach keinen Platz habe, sie ordentlich zu verstauen. Das sind sowohl selbstgekaufte Dinge, aber eben auch viele Samples, Pressegeschenke und Unmengen an Stehrumski, den ich für meine Bilder verwende.

Die Satinstoffe, auf denen ich gerne meine Stillleben fotografiere? Liegen unter meinem Sofa und versperren den Weg zum Fenster, sodass man immer einen Slalom-Parcours absolvieren muss, wenn man mal auf die Straße sehen möchte. Die Beautyprodukte, die ich in der letzten Woche bekommen habe und Euch noch in den Stories präsentieren möchte? Stapeln sich vor meiner Kommode auf dem Boden, denn sind sie erstmal verräumt, finde ich sie nie wider. Ganz im

Ernst: Ordnung herrscht bei mir definitiv nicht und mein Freund bekommt regelmäßige Wutanfälle, wenn er mal wieder meine Empties vom Pouf neben dem Sofa schmeißt, weil er nach seinem Glas greift.

Wenn ich ein Bild machen möchte, muss ich erstmal eine Kommode von der Wand schieben, Licht, Stativ & Co. unter der anderen Kommode hervorholen und zusammenbauen, den Boden von Haaren und Staub befreien und erst dann kann es losgehen. Ihr merkt schon, es wird höchste Zeit, dass wir eine größere Wohnung finden, die nicht nur uns als Paar gercht wird, sondern auch meinem Arbeitsplatz ein echtes zuhause gibt.

Ich brauche einen richtigen Schrank für Produkte, eine Wand vor der ich Fotos produzieren kann und den Platz um Fotoutensilien, Stoffe & Co. aufzubewahren. Meine Freunde schlagen nur noch die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie mal zu Besuch kommen und fragen eigentlich alle das selbe: “Wie kannst du so nur leben?” Um ehrlich zu sein: I don’t know – aber was muss, das muss. Und bis wir eine geeignete und bezahlbare Wohnung gefunden haben, wird eben improvisiert. BTW: Mein Wohnungschaos ist auch der Grund, wieso ich Euch derzeit den Wunsch nach einer Roomtour beim besten Willen nicht erfüllen kann, der so oft gestellt wird. Ihr würdet schlicht und einfach einen Schock erleiden und das kann ich nicht verantworten.

 

 

Die Sache mit dem Wetter

Im Sommer ist das Blogger-Dasein deutlich leichter. Die Sonne scheint, es ist lange hell und warm. Im Herbst oder Winter aber, wünsche ich mich regelmäßig hinter meinen warmen Schreibtisch zurück. Denn: Outfitbilder müssen trotzdem produziert werden. Und zwar auch dann, wenn man sprichwörtlich keinen Hund vor die Tür jagen würde, nämlich bei Regen, Sturm oder Schnee. Das hat nicht nur zur Folge, dass ich regelmäßig den Kältetod sterbe, bis ein Bild im Kasten ist, mit dem ich zufrieden bin, sondern auch, dass die Lichtverhältnisse oft so schlecht sind, dass Winterbilder einfach nie so schön werden wie Sommerbilder. Außer man hat die Sache mit der Bildbearbeitung extrem drauf, was ich leider nicht habe.

Der Boden ist grau und matschig, irgendwann liegen überall nur noch Schneehäufchen herum, die von Straßenfegern dazu gerne noch liebevoll mit Müll und Unrat aller Art verziert werden. Kein so schöner Hintergrund, um davor im neusten Look zu posieren. Dazu kommt noch, dass es auch echt schwer ist, Euch coole und vor allem unterschiedliche  Looks zu zeigen, wenn ich mich von oben bis unten einmummel. Das heißt ich muss für die Bilder auch mal Handschuhe, warme Stiefel, Mütze oder Mantel ablegen, damit Ihr mehr Inspo bekommt, als nur “Karo hat Mantel und Stiefel an”. Der Look würde nach spätestens zwei Wochen nämlich mehr als langweilig werden. Dass es Tage gibt, an denen wir tatsächlich gar nicht fotografieren können, weil es dermaßen regnet oder schneit, dass die Linse nass wird oder ich knietief in Pfützen stehe, muss ich glaube ich gar nicht erwähnen.

Deshalb: wundert Euch bitte nicht, wenn es in der kalten Jahreszeit ein paar mehr Selfies oder Indoor-Shots gibt – sonst habe ich mindestens einmal im Monat eine dicke, fette Erkältung.

Die Sache mit der Post

Wer hätte gedacht, dass ich sämtliche Paketboten von DHL, UPS, DPD & Co. mal beim Vornamen kennen würde?

Ich definitiv nicht. Aber wenn man täglich Pakete empfängt, stellt sich mit der Zeit eine gewisse Vertrautheit ein. Mein persönliches Highlight vor ein paar Monaten war, dass mein UPS-Bote, während er vollgepackt die Stufen zu meiner Wohnung hochstieg, schon vom Treppenabsatz rief: “Bitte nicht so viel bestellen!” Am liebsten würde ich ihnen allen erklären, dass ich keine komplette bestellsüchtige Irre bin, die ihnen täglich im Schlafanzug oder mit Lockenwicklern im Haar die Tür öffnet, während sie ihre Pakete entgegen nimmt –  aber Samples, Produkte und Bestellungen gehören halt einfach zum Bloggen dazu.

Aber, dass ich da bin, wenn die Boten klingeln, ist ja eher die Ausnahme. Ich bin schließlich nicht rund um die Uhr zuhause. Dann müssen meine Nachbarn ran oder ich darf mir meine Sendung in einer Filiale abholen. Bin ich mal für ein Wochenende privat oder beruflich weg, verbringe ich so den ersten Tag nach meiner Rückkehr oft mit der Postrunde durch sämtliche Filialen der Stadt. Was auch gerne mal passiert, ist, dass mich ein Kurier vorwurfsvoll anruft, während er mit einer Lieferung vor meiner Tür steht und ich nicht da bin. Ich bin halt leider keine Redaktion inklusive Poststelle und Kollegen, wo immer jemand da ist, sondern ich bin auch mal auf Terminen, beim Arzt oder Einkaufen.

Aber ich versende selbst natürlich auch viel. Ich verschicke Gewinne, Kleiderkreisel- oder Instagram-Sale-Verkäufe oder sende geliehene Produkte an die Brands zurück. Das ist DHL wohl auch schon aufgefallen und so wurde ich neulich von einem Call-Center-Agenten angerufen, der mir und meinem “Shop” besondere Konditionen anbieten wollte. Als ich ihm dann erzählte, dass ich keinen Shop habe und auch kein Gewerbe bin, war der Herr erstmal sehr überrascht. Die besonderen Konditionen habe ich leider nicht bekommen.

Wenn ich dann tatsächlich mal für mehr als eine Woche im Urlaub bin, wird es wirklich kritisch. Dann haben die Boten nämlich keine Lust mehr und stellen die Pakete einfach so vor meiner Tür ab und verbauen meinen Hauseingang, was meine Nachbarn – naja sagen wir mal – nicht soooo gut finden.

Achja – dass mein Nachname “Herr” bei sämtlichen Postboten dieser Erde für Verwirrung sorgt, habe ich noch gar nicht erwähnt. Nicht selten gehen Pakete an den Absender zurück, weil Herr Karoline unter meiner Adresse leider nicht aufzufinden war. Diesen Namens-Struggle bin ich allerdings schon seit meiner Geburt gewöhnt und berechne ihn vorher mit ein. Alleine bei Sendungen aus dem Ausland kann es schwierig werden, wenn Vor- und Nachname in einer anderen Reihenfolge stehen oder einer der beiden ganz weggelassen wird. Dann darf ich stundenlang in Telefonwarteschleifen hängen und nachforschen, wo mein Paket eigentlich abgeblieben ist.

Die Sache mit dem Müll

Oft kommt die neue Augencreme in einem Karton von der Größe meines Esstisches. Und dann heißt es: Zerkleinern. Ha – wenn Ihr Euch diesen Teil einfach vorstellt, dann möchte ich Euch eines Besseren belehren. Denn: Aufgrund des oben erwähnten Platzmangels, kann ich die Paketpost leider nicht einfach so stehen lassen, sondern muss sie sofort auspacken und die Kartons zerkleinern, da ich meine Küche sonst nicht mehr betreten könnte. Das kann nach ein paar Kartons auf einmal schon recht schweißtreibend sein. Dazu wohne ich in einem ganz normalen Mehrfamilienhaus mit einer normalen Mülltonne. Die ist nicht auf 10 bis 30 Pakete die Woche ausgelegt und so bin ich Donnerstag in der Früh immer die erste, die ihren Papiermüll still und leise in die Tonne stopft, gerade nachdem sie von der Müllabfuhr geleert wurde. Natürlich entferne ich die Adressaufkleber so gut ich kann, ich möchte ja nicht, dass meine Nachbarn mich hassen.

Wenn die Münchner Abfallwirtschaft allerdings mal keinen guten Tag hat, lässt sie die volle Tonne gerne auch mal eine Woche länger stehen, was mich regelmäßig zum Nervenzusammenbruch treibt. Wohin mit dem ganzen Müll? Dann bleibt mir eigentlich nur noch der Wertstoffhof (ca. 20 Minuten mit dem Auto entfernt) oder die Option mit drei vollen Ikea-Tüten in der Wohnung noch eine ganze Woche auszuharren.

Sonderlich angenehm ist beides nicht.

 

So Freunde. Es gibt zwar noch ein paar mehr Dinge, die es zu berichten gäbe, aber ich denke, fürs Erste konnte ich Euch mal einen kleinen Einblick hinter die Kulissen von Frollein Herr geben. Bloggen ist halt ein Job wie jeder andere, der Organisation, Infrastruktur und Erfahrung bedarf. Ich bin in diesem Jahr schon so gut in die neue Arbeits- und Lebenssituation reingewachsen und habe mich mit vielem arrangiert – trotzdem kann ich noch einiges optimieren, wobei die neue Wohnung definitiv an erster Stelle steht. Bis dahin aber, renne ich weiterhin alle paar Tage in den Copyshop um Rechnungen, Verträge und Briefe auszudrucken. Habe ich erwähnt, dass ich auch keinen Drucker habe?

Der hat nämlich schlicht und einfach keinen Platz mehr in der Wohnung gehabt.

 

 

Comments

  • 20. Dezember 2018
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    Lea

    … und wegen solcher Artikel bist Du meine Lieblingsbloggerin! Das musste jetzt mal raus.
    Und- Hut ab, dass Du trotzdem die Wand frei räumst, um auch meinen Instafeed zu verschönern. Ich würden irgendwann die Nerven verlieren und es einfach lassen.
    (Noch ein kleiner Insider- zusätzliche Papiertonnen kosten in München nix. Einfach über die Hausverwaltung bestellen. Und endlich weiß ich auch, warum meine Nachbarin ständig Pakete bekommt und die extra Tonne nötig war.)

  • 20. Dezember 2018
    reply
    Véronique

    Oh man I feel you. Ich arbeite ja auch von zuhause aus Bzw habe hier meine ‚Werkstatt‘. Egal was ich tue es sieht immer unordentlich aus weil einfach kein Platz da ist ?

  • 21. Dezember 2018
    reply
    Alin

    Dass dein Nachname dir da solche Probleme bereitet, habe ich nie gedacht. Einen Namen korrekt zu lesen kann ja eigentlich nicht SO schwer sein ? du überforderst die Leute wohl doch etwas ?
    Nach dem Lesen würde ich aber mal ein großes Lob an deinen Freund schicken, dass der das so mitmacht ? meiner würde mir aufs Dach steigen ?
    Liebe Grüße 🙂

  • 9. Januar 2019
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