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Frollein Herr

Dermaplaning: Der Test

Ich gebe ja zu, die Beautywelt bringt die kuriosesten Trends und Neuheiten heraus, bei denen man manchmal einfach nur laut “Was soll denn das nun wieder?” schreien möchte. So ging es mir zumindest, als ich vor ein paar Jahren das erste Mal von Dermaplaning hörte. Bei diesem fancy Fachbegriff geht es nämlich schlicht und einfach um die Gesichtsrasur. Und zwar bei Frauen. WTF?

Was ist Dermaplaning?

Dermaplaning verspricht glatte, schöne und strahlende Haut – nur dank einer regelmäßigen Rasur. Aber wer jetzt denkt “Ich hab doch keinen Damenbart, sowas brauche ich nicht”, sollte nicht direkt aussteigen, denn: Beim Dermaplaning geht es nicht ausschließlich um die Entfernung des sichtbaren Gesichtshaars, sondern auch um die Entfernung abgestorbener Hautschüppchen, die Zellneubildung und ein allgemein glatteres Hautbild.

Und das hat zweierlei Gründe: Zum einen liegen Foundation & Co. auf den behaarten Stellen unseres Gesichts (z.B. über der Oberlippe, an den äußeren Wangen) nicht so schön und unsichtbar auf, da die Pigmente, die eigentlich auf der Haut liegen sollen, sich an den feinen Härchen sammeln und so sichtbar werden. Zum anderen lassen tote Hautschüppchen unsere Haut fahl und uneben wirken.

Das Dermaplaning verspricht sowohl die sanfte Entfernung des Haarflaums, als auch die Glättung der Haut, durch die Peeling-Wirkung, die das “Abschaben” der Haut mit sich bringt.

Und das ohne Schmerzen, großen Aufwand oder hohe Kosten, ganz easy in der Heimanwendung. Um ehrlich zu sein, habe ich diesen Trend zunächst einmal bewusst ausgelassen, da ich schlicht und einfach Angst vor Schnittverletzungen oder Rasurbrand hatte, wie man ihn von Männern kennt. Als dann aber vor ein paar Wochen ein neues Tool zur Gesichtsrasur bei mir eintrudelte und ich immer mehr begeisterte Kommentare darüber las, war auch meine Neugier geweckt.

 

Dermaplaning im Test

Dermaplaning im Test

Bei dem oben erwähnten Tool handelt es sich um den “Hollywood Browzer” (um 13 €), ein aufklappbares Mini-Rasiermesser mit eingebauter Kindersicherung. Denn soviel mal gleich vorweg: Man kann sich damit nicht verletzen. Nur im 45 Grad Winkel lassen sich die Haare ganz leicht abschaben, ohne dass man tatsächlich schneidet. Klingt nicht nur idiotensicher, ist es auch.

Kurz auf dem Handrücken getestet, kein Blutbad angerichtet – also darf das Tool auch an mein Gesicht.

Als ich mich so gründlich im Vergrößerungsspiegel betrachtete, fiel mir auf, wieviel hellblonden Flaum ich eigentlich so im Gesicht spazieren trage. Nicht, dass der mich bisher irgendwie gestört hätte, aber die Foundation liegt dort tatsächlich auf und ich sehe so viel stärker geschminkt aus, als ich eigentlich bin. Also ran ans Messer uns los ging es. Erst war der Oberlippenbart dran, dann die äußeren Wangen und zum Schluss meine Augenbrauen. Nachdem ich das Messer erstmal angesetzt hatte, kam ich richtig in Fahrt. Die Härchen ließen sich easy, schmerzfrei und gründlich entfernen und das Ergebnis hat mich persönlich total überzeugt.

Babyglatte Haut in nur drei Minuten.

Besonders praktisch ist das Tool in meinen Augen für die Brauen, da man (vor allem als Blondine) die feinen hellen Härchen oft gar nicht sieht und deshalb auch nicht auszupfen kann. Mit dem Browzer aber lassen sich besonders flächige Areale (wie die Partie zwischen Oberlid und Augenbraue) ganz easy haarfrei bekommen. Da wachsen bei mir nämlich besonders viele Flaumhaare, die Lidschatten oder Highlighter sehr unschön aussehen lassen.

Was sagt der Experte?

Soweit so gut. Dermaplaning eignet sich super um die Haut schön glatt zu bekommen und die optimale Make-up-Grundlage zu schaffen. Aber gibt es auch Risiken? Und stimmt es eigentlich, dass die Haare nach der Rasur anders nachwachsen? Um ehrlich zu sein, wollte ich nicht abwarten um das rauszufinden, sondern habe mir mal wieder die Unterstützung eines Experten geholt. Dr. med. Welf Prager ist Dermatologe aus Hamburg und hat mir all meine Fragen zum Dermaplaning beantwortet.

Frollein Herr: Was halten Sie als Dermatologe vom Beautytrend Dermaplaning?

Dr. med. Welf Prager: “Um ehrlich zu sein, nicht allzu viel. Zumindest was das Versprechen der Hauterneuerung angeht. Da gibt es weitaus effektivere Methoden, wie z.B. das Microneedling. Bei der Rasur bleibt man ja nur an der Hautoberfläche und kann deshalb in tieferen Hautschichten auch nichts bewirken. Aber: Der Haarflaum lässt sich so natürlich entfernen. Und wenn wenn das die Erwartung ist, ist diese Methode optimal.”

F.H.: Das Gerücht, dass Haare nach der Rasur anders nachwachsen, hält sich ja sehr hartnäckig. Was ist da dran?

W.P.: “Gar nichts. Wie ein Haar wächst, ist im Körper fest angelegt und lässt sich auch durch das Rasieren nicht verändern.”

F.H.: Gibt es Nebenwirkungen? Was muss ich beachten?

W.P.: “Generell muss man sagen, dass es Hautzustände gibt, bei denen man das Dermaplaning lieber nicht ausprobieren sollte. Dazu gehören Akne oder offene Hautentzündungen. Und: Je stumpfer die Klinge, desto höher ist das Verletzungsrisiko. Ausserdem sollte man vor der Rasur das Gesicht unbedingt gründlich reinigen, damit keine Keime in die Miniwunden gelangen. Darüberhinaus würde ich dazu raten, das Treatment am Abend durchzuführen, sodass die Haut Zeit hat, sich ein wenig zu erholen.”

 

Dermaplaning: Das Fazit

Inzwischen liegen meine ersten Rasierversuche einige Zeit zurück und der “Hollywood Browzer” ist fester Bestandteil meiner Beautyroutine gewordenWangen, Oberlippe und das Areal um die Brauen herum sind glatt wie ein Babypopo und meine Make-up-Produkte liegen viel, viel besser auf der Haut. Was den Peelingeffekt angeht, bleibe ich allerdings lieber bei der altmodischen Methode, statt jeden Quadratzentimeter meines Gesichts zu rasieren. Genau wie Dr. Prager gesagt hat, bleibt das Dermaplaning nur an der Oberfläche und damit bin ich persönlich auch total fine.

Wer also seinen Flaum oder auch einen tatsächlichen Oberlippenbart entfernen will, ist mit dieser Methode optimal bedient, eine neue Haut lässt sich damit allerdings nicht zaubern. Ach, und btw: Die Mini-Klinge ist übrigens auch für sensible oder schwer zu erreichende Körperareale wie die Bikinizone geeignet.

Comments

  • 7. November 2018
    reply
    Alina

    Sehr interessant & hilfreich…vielleicht werde ich es mal ausprobieren. Ich hatte sowas ähnliches allerdings schon vor ein paar Jahren & bin dadurch damals SUPER pingelig geworden, was die Gesichtsbehaarung betrifft. Ich bin eine Blondine. Grundsätzlich sieht man die Häärchen gar nicht, aber ich habe damals so kleinlich darauf geachtet. Sollte ich es wieder versuchen, hoffe ich nur, dass der Perfektionist in mir nicht wieder so stark durch kommt 😀

      • 10. November 2018
        reply
        Alina

        Hast du irgendwelche guten Tipps? Meine Poren starre ich in letzter Zeit nämlich auch permanent an. Gerade im Nasenbereich stören sie mich momentan. Ich hatte vorher nie Probleme mit meinen Poren…
        Liebe Grüße 🙂

  • 14. November 2018
    reply
    Nicole

    Ich benutze dafür eine Enthaarungsspirale. Klingt im ersten Moment schmerzhaft, man gewöhnt sich jedoch schnell daran. Der Vorteil hiervon ist, dass ich es nur ca. alle 6 Wochen machen muss. Klar, danach sieht man es der Haut an, dass etwas gemacht wurde.

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