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Frollein Herr

Im Test: Microblading

Im Winter 2016/17 wagte ich es: Ich ließ mir die Augenbrauen tätowieren.

Da ich bisher noch kein Tattoo habe, könnt Ihr Euch vorstellen, dass ich dies nicht aus Lust am Schmerz tat, sondern weil ich wirklich verzweifelt war. Wie Ihr dem Vorher-Bild entnehmen könnt, bin ich mit dünnen, spärlichen Brauen gesegnet, die leider zudem auch noch so einige Lücken haben. Seit meinem 12. Lebensjahr waren deshalb Brauenpuder, -Stifte und -Gele meine besten Freunde – und trotzdem war ich einfach nie zufrieden mit meinen Augenbrauen.

Je nach Tagesform, Lichtverhältnissen und Geschick, hatte ich mehr Bad Brow Days als Bad Hair Days.

Wie Ihr ja wisst, bin ich von Natur aus eigentlich blond und habe dementsprechend auch helle Augenbrauen. Bereits vor meinem Schritt von Blond zu Braun war es also schon ein Ding der Unmöglichkeit, Produkte im exakt richtigen Brauenton für mich zu finden, aber nachdem ich dann komplett dunkelhaarig war, passte wirklich gar nichts mehr zusammen. Dazu kommt noch, dass das Auffüllen der Brauen gar nicht mal die große Schwierigkeit ist, sondern das Überschminken der Lücken. Wo Haare und eine grobe Form bereits existieren, lässt sich mit guten Brauenprodukten so einiges optimieren. Wächst an manchen Stellen aber einfach nichts, ist es fast unmöglich, eine natürliche Braue zu schminken, die auch noch den ganzen Tag an Ort und Stelle bleibt. Mein struggle war also mehr als real und gerade zu der Zeit, als Brauen wieder richtig in den Fokus rückten (Danke, Cara!), wünschte ich mir nichts sehnlicher als gleichmäßige, volle Augenbrauen.

Sollte Microblading die Antwort auf meine Probleme sein?

Als 2016 in München das Kosmetikstudio The Browery eröffnete, das sich voll und ganz der Verschönerung der Augenbrauen verschrieben hatte und über das ich ausschließlich Gutes hörte, fasste ich also all meinen Mut zusammen und machte mir spontan einen Termin aus. Unter dem Deckmantel, dass derartige Test ja schließlich zu meinem damaligen Beruf als Beautyredakteurin dazugehören, fieberte ich der ersten Sitzung voller Angst und Vorfreude entgegen. Würde es weh tun? Kann da was schief gehen? Geht das im Zweifelsfall auch wieder ab? Vor meinem geistigen Auge sah ich abwechselnd Bilder von Daniela Katzenberger und Theo Waigel vorbeifliegen und die Angst vor einem epischen Fail war riesig. Auch mein Umfeld war komplett zwiegespalten.

Denn: Permanent-Make-up hatte bis dahin nicht gerade den besten Ruf.

Ein Überbleibsel aus den 80ern und 90ern, Frauen mit erstaunten Blicken, deren Brauen in einem viel zu hohen Bogen wie festgetackern scheinen – das ist das stereotype Bild von tätowierten Brauen. 2017 aber brachten die Mädels aus der Browery eine ganz neue Methode nach München: das Microblading.

 

Microblading

 

Was ist Microblading eigentlich?

Im Gegensatz zum Tattoo, wird beim Microblading nicht gestochen, sondern geritzt – und zwar mit einer Reihe ultrafeiner Nadeln. Der Vorteil: Das Ergebnis ist feiner, naturgetreuer und einzelne Lücken können individuell aufgefüllt werden – ganz ohne Balkeneffekt. Mit einer vibrierenden Tattoonadel wäre so viel Präzision nicht gewährleistet. Zudem haben sich im Laufe der Jahre auch die Farben, mit denen gearbeitet wird, weiterentwickelt. Sind diese früher schnell rötlich geworden oder haben sich regelrecht aufgelöst, sind sie heute stabiler und verblassen ganz gleichmäßig.

 

Microblading im Test – ein Erfahrungsbericht

Als der Tag gekommen war, konnte ich mich vor lauter Aufregung kaum auf der Liege halten, so nervös war ich. Zum Glück bin ich bei Amira und Rada, den Besitzerinnen der Browery, in gute und fähige Hände gefallen, aber das war pures Glück. Generell würde ich Euch immer raten, Euch die Arbeiten des Brow Artist zeigen zu lassen und nicht auf verlockende Günstig-Preise reinzufallen.

Permanent ist permanent und Eure Brauen mitten im Gesicht – das sollte also nicht der Zeitpunkt für Experimente sein.

Je nachdem wieviel gemacht werden muss, braucht es zwei bis drei Sitzungen mit jeweils einem Abstand von vier Wochen, bis man das fertige Resultat sieht. Bei der ersten Session werden die Grundsteine für das spätere Ergebnis gelegt. Der Artist (in meinem Fall die wunderbare Rada), vermisst das Gesicht ganz exakt und findet so die für dich perfekte Augenbrauenform. Höhenunterschiede oder Asymmetrien werden ausgeglichen und nach dem Aufzeichnen können noch persönliche Änderungswünsche angebracht werden.

Anschließend wird eine Betäubungscreme aufgetragen, die die Haut ein wenig unempfindlicher machen soll und dann geht es auch schon los. Ich werde nicht lügen – es tut schon ziemlich weh. Aber da ich eben keine Tattoo-Erfahrung hatte, war ich auch gar nicht darauf vorbereitet. Der Anfang ist dabei am wenigsten schmerzhaft, aber je länger die Prozedur andauert, desto empfindlicher wird die Haut.

Nach der ersten Sitzung war ich erstmal sehr unsicher. Die Farbe verblasst binnen weniger Tage noch und deshalb dachte ich beim ersten Blick in den Spiegel unweigerlich an Bert aus der Sesamstraße. Der Unterschied zu meinen Naturbrauen war einfach extrem – das lag aber hauptsächlich an der Farbe, die dann zum Glück in den nächsten Tagen, genau wie angekündigt, verblasst ist (ich habe mir die Termine dann immer auf Freitag gelegt, sodass ich mich am Wochenende zuhause verstecken konnte). Außerdem darf man nicht unterschätzen, wie essentiell die Brauen für das Gesicht sind und eine gewisse Umgewöhnung hat es schon gebraucht. Nach höchstens einer Woche aber, war ich im siebten Himmel. Die Nachsorge ist für das Endergebnis aber entscheidend. Die Wundheilung wird durch regelmäßiges Auswaschen und eine Spezialpflege unterstützt, sodass alles genau so verheilt, wie es soll.

Einen Monat später war dann die zweite Sitzung dran und noch einen Monat später die letzte. Nachdem alles überstanden war, konnte ich es eigentlich gar nicht glauben. Ich hatte die perfekten Augenbrauen, von denen ich immer geträumt habe und niemand (wirklich niemand) konnte erkennen, dass die feinen Härchen keine Härchen waren, sondern Striche.

 Microblading

2 Jahre später

Das ist jetzt schon zwei ganze Jahre her und ich bin nach wie vor super happy. Eigentlich hätte ich die Brauen letzten Winter schon auffrischen lassen können (niemals im Sommer machen, da die Haut und die Wunden sehr lichtempfindlich sind), aber da ich noch so zufrieden war, habe ich das Ganze einfach um ein Jahr verschoben. Die feinen Striche sind verblasst und hier und da zeichne ich mit einem feinen Brauenstift nach, aber das Grundgerüst ist geblieben.

Was ich allerdings nach wie vor mache, ist das Brauenfärben. Da meine Härchen hell sind, muss da eben noch ein wenig nachgeholfen werden. Das mache ich allerdings schon seit Jahren selbst zuhause und bedeutet für mich genauso viel Aufwand wie eine Gesichtsmaske.

In den kommenden Monaten werde ich meinen Termin zum Auffrischen in der Browery endlich angehen. Und ich bin jetzt schon wieder gespannt wie ein Flitzebogen auf das Nachher-Gefühl.

Microblading: mein Fazit

Wie Ihr wisst, halte ich Beauty für ein sehr persönliches Thema und empfehle nur wenige Treatments oder Produkte an alle von Euch weiter. Zwei Dinge allerdings schon: Zum einen die Wimpernverlängerung und zum anderen das Microblading. Mir persönlich gefällt das Ergebnis so gut und erleichtert mir sehr viel in meiner Beautyroutine, dass ich es sich komplett gelohnt hat. Ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es davor war und möchte auch nie wieder zurück. Wichtig ist wie gesagt nur, dass Ihr in fähige Hände geratet und Euch vorher erkundigt, was genau auf Euch zukommt.

 

Die wichtigsten Microblading-Facts im Überblick

  • Preis für das Microblading inklusive einer Nachbehandlung in der Browery: 540 €
  • Das Auffrischen kostet dann ca. 220 €
  • Hier findet Ihr alle Infos

Comments

  • 27. September 2018
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    Katharina

    Hab soeben einen Browery-Termin bei Rada gebucht (erstmal nur färben und formen). Danke für den Tipp, Du Influencerin 😁

  • 8. Oktober 2018
    reply
    Julia

    Sehr interessanter Beitrag! Ich bin ja auch naturblond und habe von dem her ein ähnliches Problem, wie du .. vor allem im Sommer sind meine Brauen so hell, dass es ohne färben gar nicht ginge! Von dem her würde mich das Microblading total interessieren! Mal schauen, ob ich mir irgendwann doch traue – dein Feedback ist auf jeden Fall sehr hilfreich! 🙂 Danke dafür! Liebe Grüße

  • 18. November 2018
    reply

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